
©Foto: Vogelsbergkreis/C.Lips/nh
Reanimationsregister 2024 bescheinigt dem Vogelsbergkreis überdurchschnittliche Ergebnisse
LAUTERBACH. Der Rettungsdienst im Vogelsbergkreis hat im Jahr 2024 solide Ergebnisse bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand erzielt.
Das geht aus den Daten des Deutschen Reanimationsregisters hervor, in dem alle 119 außerklinischen Reanimationen im Kreisgebiet dokumentiert wurden. Der Vogelsbergkreis gehört bundesweit zu den 47 Referenzstandorten, die vollständige Daten zum Einsatzgeschehen und zum klinischen Verlauf erfassen.
Dokumentation im Reanimationsregister
„Gemeinsam mit den Krankenhäusern und allen beteiligten Partnern im Rettungswesen können wir im Register jedes Detail erfassen und auswerten“, erklärt Dr. Dennis Humburg, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. Der Vogelsbergkreis sei deshalb in der Lage, ein vollständiges Bild über Verlauf und Ergebnis der Einsätze darzustellen.

Unterschiedliche Faktoren beeinflussen Erfolg
Der Ausgang einer Reanimation hängt von vielen Umständen ab – etwa davon, ob der Vorfall beobachtet wurde oder wo er auftrat. Jeder dritte Herz-Kreislauf-Stillstand im Kreis betrifft laut Humburg Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen. In diesen Fällen könne schnelle Hilfe durch Ersthelfer entscheidend sein.
Überlebensraten über dem Bundesschnitt
Im vergangenen Jahr verließen 13,4 Prozent der reanimierten Patienten ein Krankenhaus lebend. Damit liegt der Vogelsbergkreis bundesweit auf Platz 15 und über dem Durchschnitt. Besonders hervor hebt Humburg, dass fast 90 Prozent der Überlebenden keine schweren neurologischen Schäden davontrugen – ein Wert, der 13 Prozent über dem Bundesschnitt liegt.
Erfolgreiche Versorgung bei Indexpatienten
Als „Indexpatienten“ gelten Fälle mit beobachtetem Kreislaufstillstand, Kammerflimmern als Rhythmus und Herzproblemen als wahrscheinlicher Ursache. Hier gelang es dem Rettungsdienst im Vogelsbergkreis in 75 Prozent der Einsätze, die Patienten mit stabilem Kreislauf in eine Klinik zu bringen. Der bundesweite Wert liegt bei 66,5 Prozent.
Schnelle Hilfe trotz ländlicher Struktur
Trotz langer Wege in der Fläche erreicht der Rettungsdienst im Vogelsbergkreis im Schnitt 6,5 Minuten nach Alarmierung den Einsatzort. Das Voraushelferprogramm soll die Zeit zusätzlich verkürzen. Entscheidend bleibe jedoch die sofortige Hilfe durch Ersthelfer.
Appell an die Bevölkerung
Die Ergebnisse fließen in die Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals ein. Dr. Humburg ruft die Bevölkerung dazu auf, Erste-Hilfe-Kurse regelmäßig aufzufrischen: „80,7 Prozent der Reanimationen beginnen in den eigenen vier Wänden. Grundwissen kann dort Leben retten.“
Was im Notfall zu tun ist
- Bei Bewusstlosigkeit und fehlender oder unnormaler Atmung sofort über 112 den Rettungsdienst verständigen.
- Unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen.
- Den Anweisungen der Leitstelle folgen, die telefonisch Schritt für Schritt durch die Reanimation führt.
Das Bild
Dr. Dennis Humburg, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts im Vogelsbergkreis, präsentiert die Daten des Reanimations-Register für den Vogelsbergkreis. (wal)


