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BAUNATAL. Deutsch-französische Städtepartnerschaften haben nach Einschätzung des hessischen Europastaatssekretärs Mark Weinmeister nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.
„Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Aussöhnung im Vordergrund. Heute geht es darum, dass Europa auf Dauer nur erfolgreich sein kann, wenn die Menschen sich über Sprach- und Ländergrenzen immer wieder zwanglos begegnen können“, sagte Weinmeister am Freitag in Baunatal zur Eröffnung einer Tagung des Deutsch-französischen Jugendwerks (DFJW).
Rund 150 Vertreterinnen aus Städten und Gemeinden in Deutschland und Frankreich treffen sich bis zum 13. Oktober, um über das Thema „Das Europa von morgen bauen – deutsch-französische Städtepartnerschaften und der Aachener Vertrag“ zu sprechen.
Auch wenn die Europäische Union inzwischen aus 27 oder 28 Staaten bestehe, spiele die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich weiter eine besondere Rolle, sagte Weinmeister weiter: „Deutschland und Frankreich waren und sind der Motor Europas. Ihre enge Zusammenarbeit ist keine Abgrenzung gegen die übrigen Staaten, sondern ein Angebot, sich zu beteiligen und Europa voranzubringen.“ Aber auch die Partnerschaft der beiden Nachbarn müsse immer wieder aus Neue gefestigt und auch von Zeit zu Zeit aktualisiert werden. Das sei durch den Aachener Vertrag geschehen, den Staatspräsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. Januar 2019 unterzeichnet haben. „Deutschland und Frankreich haben in Aachen eine noch engere Zusammenarbeit für ein souveränes, handlungs- und leistungsfähiges Europa vereinbart. Ich freue mich, dass in diesem Vertrag kommunalen Partnerschaften eine hohe Bedeutung zugeschrieben wird, denn sie sorgen dafür, dass Europa tatsächlich für jeden Menschen erlebbar ist“, sagte der Staatssekretär.
Er bedankte sich zugleich bei den Organisatoren der Veranstaltung, die sich bewusst für einen Tagungsort in Hessen entschieden hatten, um das Engagement vor Ort im Rahmen der Partnerschaft Hessens mit der französischen Region Nouvelle-Aquitaine zu würdigen. „Ich habe in den vergangenen wieder hier in Nordhessen eine Reihe von Partnerschaftsvereinen besucht und weiß, wie lebendig die Beziehungen sind, gerade nach Frankreich. “Die Hessische Landesregierung unterstütze Vereine, Kommunen und andere Institutionen mit europäischem Hintergrund unter anderem durch das Europanetzwerk, dem bereits mehr als 500 Partner angehören und sich im Internet (https://europanetzwerk.hessen.de) und bei Veranstaltungen austauschen können“, sagte Weinmeister abschließend. (pm)