
©Wittke-Fotos-nh24
Vortrag in der Bodega del Castillo
SCHWALMSTADT-ZIEGENHAIN. Auf dem Paradeplatz in Ziegenhain steht seit Dezember 2022 eine Bronzefigur, die der Schwalmstädter Bildhauer Lutz Lesch für die Konfirmationsstadt gestaltet hat. Landgraf Philipp der Großmütige präsentiert jene historisch bedeutsame Kirchenordnung, mit der er die Konfirmation für seine Grafschaft verpflichtend eingeführt hat.
Dem aufmerksamen Betrachter stellt sich die Frage: Wie kommt ein Landgraf dazu, Kirchengesetze zu erlassen?
Die Antwort findet sich im Jahr 1526. Dieses Datum ist in Hessen das Geburtsjahr des „Landesherrlichen Kirchenregiments“. Durch eine Synode in Homberg wurde damals die Landgrafschaft Hessen auf Veranlassung des Landgrafen evangelisch.
Der Landesherr sagt sich und sein Volk vom Papsttum los und setzt sich in den Rang eines Bischofs, verantwortlich für alle kirchlichen Belange. Er sah sich theologisch legitimiert durch Schriften Martin Luthers und kaiserlich legitimiert durch einen Reichabschied auf dem Reichstag zu Speyer im selben Jahr.
400 Jahre lang haben so in Deutschland die Ereignisse aus dem Jahr 1526 das Verhältnis von Kirche und Staat unter dem Begriff des „Landesherrlichen Kirchenregiments“ mitbestimmt und insbesondere für die evangelischen Kirchen geprägt.

Dr. Werner Meyreiß, Pfarrer im Ruhestand und ehemaliger Stadtrat, wird in einem Vortrag am 31. März um 19 Uhr in der Bodega del Castillo (Paradeplatz 2) dieses Themenfeld in seinen historischen und politischen Dimensionen unter dem Titel: „Wenn sich ein Landgraf zum Bischof erhebt“ beleuchten.
Veranstalter ist der Verein zur Förderung der Konfirmationsstadt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. (pm)

1 Kommentar
Ein Traum.
Kommentare wurden geschlossen.