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BORKEN (HESSEN) Einmal im Jahr dreht sich im und um das Bürgerhaus im Hotel am Stadtpark in Borken alles um das Thema Ausbildung. Und die Zeiten haben sich geändert. Reichte zu Beginn vor 16 Jahren der Platz im Bürgerhaus, so ist inzwischen auch das Foyer mit Informationsständen gefüllt.
Aus später einem kleinen Zelt auf dem Europaplatz, wurden inzwischen zwei große Zelte und längst ist auch die Freifläche bis zur Sparkasse mit Trucks und Infoständen belegt. Waren es einst rund 50 Betriebe und Aussteller, die Auszubildende suchten, so waren es am vergangenen Samstag bereits 103. Über 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr mit 90. Statt 1.100 Besucher im Jahr 2017, waren es 2018 bereits knapp 1.600. Eine Steigerung um 36 Prozent.
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich drastisch verändert. Vor 16 Jahren ahnte man, dass es Fachkräftemangel geben wird und die Suche nach geeigneten Auszubildenden an Bedeutung gewinnen könnte. Heute ist genau das Gewissheit und längst scheint es aussichtslos, den inzwischen erreichten Rückstand noch einmal aufzuholen. Das Ringen um die Absolventen von Hauptschule, Realschule und Gymnasium hat begonnen und in Borken war es möglich, sich von Angesicht zu Angesicht mit potentiellen Lehrlingen und andersherum mit möglichen Ausbildern zu treffen.
Alle Branchen vertreten
Fast alle Aussteller, ob aus dem Handwerk, den Gesundheitsberufen, der Industrie, dem Handel oder dem Dienstleistungsbereich berichteten, dass die Gespräche durchweg auf hohem Niveau und mit echtem Interesse geführt wurden. Anders als schulische Veranstaltungen, die statt Unterricht besucht werden, muss man in Borken auch am freien Samstag ab 9:00 Uhr da sein und wer das tut, hat sicher ein echtes Interesse. Besonders schwierig ist die Entscheidung für Abiturienten, ob es unbedingt ein Studium sein muss oder vielleicht doch eine gewerbliche Ausbildung sinnstiftender und befriedigender sein kann.
Aus den Angeboten der Betriebe wird schnell deutlich, dass die Qualität der Ausbildung steigt und damit auch die Anforderungen. Aus der Vielfalt und den teils hohen technischen Ansprüchen wird erkennbar, wie gut die Wirtschaft im Schwalm-Eder-Kreis aufgestellt ist. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote hier zurzeit bei nur 3,3 Prozent, hessenweit immerhin bei 4,6 Prozent und auf Bundesebene bei 5,1 Prozent.
Landrat Winfried Becker: großes Engagement des Kreises
Landrat Winfried Becker betonte in seinem Grußwort, dass die Ausbildungsbörse traditionell ein wichtiger Baustein im Engagement des Schwalm-Eder-Kreises für Berufsorientierung, Ausbildung und damit auch die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs ist. Trotz Internet und Social Media und gerade in Zeiten virtueller Realität oder Fake News, so Becker, erlaube die Ausbildungsbörse echte Begegnungen und eigene Eindrücke.
Auch viele Verbände, wie die Kreishandwerkerschaft mit ihren Handwerksinnungen war bei der Ausbildungsbörse vertreten, die hauptsächlich von B. Braun (Melsungen), Edeka Hessenland (Melsungen) und der IHK Kassel-Marburg (Regionalausschuss Schwalm-Eder) unterstützt wurde. Frau Wenke Uchtman vom Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises zeigte sich sowohl mit dem Verlauf, als auch dem Besuch mehr als zufrieden. Auch sie erkennt in der Qualität der Kontakte eine wichtige Funktion der Ausbildungsbörse sowohl für die Betriebe als auch für die Schulabgänger. (rs)
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