Kolumne
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Donnerstag, den 18. August 2016 um 10:16 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Mit 90.000 Tonnen (2012) Rohölförderung im Jahr, liegt Norwegen an der Spitze der europäischen Öl-Länder. Erdöl ist maßgeblich am Wohlstand des skandinavischen Landes beteiligt und gerade Norwegen wird nun ab 2025 – also in gut acht Jahren – den Verkauf von Benzin- und Diesel-Autos verbieten. Einen Schwarzmarkt wird es kaum geben, denn irgendwann, wenn der letzte Verbrenner verschrottet ist, gibt es auch keine Tankstellen mehr.

Die gerne gestellte Frage, ob Gas-, Öl- oder Kohlekraftwerke zur Stromproduktion umweltfreundlicher sind, als Millionen von Verbrennungsmotoren, ist eine akademische Diskussion, die wir mit der Umstellung auf erneuerbare Energien schnell beenden werden. Und ob Elektromobilität nur etwas für wohlhabende Menschen ist, beantwortet ein Blick in die Geschichte. Jede neue Technologie war zunächst für Menschen, die sich mehr leisten können interessant. Erst mit Einsetzen der Massenproduktion werden die Produkte billig. Das war bei Flachbildschirmen zuletzt sehr eindrucksvoll der Fall und die ersten Automobile wurden gewiss nicht für die Arbeiter gebaut, die sie zusammengeschraubt haben. Trotzdem hat heute jeder sein Auto.

Ob es uns gefällt oder nicht und ganz gleich, ob die weltweiten Erdöl-Ressourcen noch eine oder fünf Generationen reichen, irgendwann ist der Vorrat unserer Enkel oder Urenkel auch aufgebraucht. Bis dahin wird die Öl-Förderung jedes Jahr teurer, die Abhängigkeit von unsicheren Öl-Staaten im Nahen Osten größer und das CO2 macht unser Klima nicht besser.

Der US-Autobauer Tesla erzielt eine halbe Million Vorbestellungen für ein stromgetriebenes Fahrzeug, das es noch gar nicht gibt. China, mit einem potentiellen Fünftel der weltweit autofahrenden Bevölkerung, sieht die Zukunft des Automobils ausschließlich in alternativen Antrieben jenseits der Verbrenner, weil alles andere mehr Probleme bereitet. Norwegen und Holland sind nicht die einzigen Länder, die bereits ein Verkaufsverbot für Benzin- und Dieselmotoren planen.

Es ist an der Zeit darüber nachzudenken, was ein Benziner oder Diesel auf dem Gebrauchtwagenmarkt in zehn Jahren noch für Preise erzielt, wenn die meisten Neuwagen mit Strom oder Wasserstoff fahren, ob zwangsweise oder freiwillig, weil’s irgendwann billiger und einfacher ist…

Ihr

Rainer Sander

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