Kolumne
DIE KOLUMNE: Fleisch Drucken E-Mail
Freitag, den 24. Oktober 2014 um 12:20 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Dass im Einzelhandel – vor allem bei den Discountern – der Preiskampf heftiger wird, ist offensichtlich und gefällt uns Verbrauchern. Vieles wird gerade billiger, denn der Preis von Marktführer Aldi ist immer Orientierungspreis für alle Supermarkt-Ketten. Seit in der vergangenen Woche der Kilo-Preis für Fleischwaren die offensichtliche Schmerzgrenze – nämlich die für Premium-Hundefutter – unterschritten hat, rebellieren Politiker und Fleischer. Zu Recht?

Tatsächlich aber ist es so, dass die Fleischindustrie – interessantes Wort eigentlich – heute weitgehend automatisiert, standardisiert und kostenminimiert „produziert“ und dass am Ende der Verbraucher entscheidet, was passiert. Wir achten schon arg darauf, dass die Qualität stimmt. Allerdings nur bei Autos, Smartphones, Touch-Pads, Schuhen, Jacken und Röcken.Ein Billig-Auto verrät den Fahrer als „Arme Socke“, wenn man nicht gerade Mehmet Scholl heißt. Auch wenn man völlig unsportlich ist, gehören sich Marken-Sportschuhe als „Freizeit-Treter“ von Adidas, Puma, Asics oder Nike. Bloß bei den Jeans sind Markennamen wie Levis, Wrangler oder Mustang etwas aus der Mode geraten, da geht schon mal was mit Kinderarbeit oder chemischen Dämpfen in der Fabrik.

Aber beim Urlaub stört uns wieder jedes Staubkorn auf dem Hotelschrank, jeder Meter zum Strand und jedes Mal, wenn im Hotel jemand einen Nagel in die Wand schlägt, ist unsere Erholung schadenersatzrelevant gestört. Qualität eben!

Und beim Essen? Hühnchen werden zu Hunderttausensenden in „hautengen“ Ställen gehalten, die Männchen gleich zu Tausenden nach der Geburt geschreddert oder vergast. Auch Schweine oder Kühe „genießen ein möglichst kurzes, schnellwachsendes Leben nach Gramm, Kilo und Quadratzentimetern. Optimal gemästet und auf geringstmöglicher Fläche gehalten, sind die Muskeln zu schwach, um das Lebendgewicht überhaupt zu halten. Gut, dass das Leben maximal begrenzt ist.

Prophylaktisch, damit viel Fleisch den Fertigungsendpunkt, die Schlachtung erreicht, werden täglich Medikamente und Antibiotika gereicht, die wir gerne mitessen. Die Schlachtung selbst verläuft vollautomatisch. Geköpft und geschröpft sozusagen. Das nehmen wir aber gerne in Kauf, damit das Industriefleisch möglich preiswert ist. Weil die Natur zu teuer geworden ist, ersetzen Aromastoffe Obst und Gemüse, Konservierungsmittel und Farbstoffe täuschen Frische vor und Geschmacksverstärker sowie Zucker sorgen für tollen naturähnlichen Geschmack. Wie geil ist das doch! Uns schmeckt nur noch das, was auf diese Weise naturfern hergestellt wird, mit dem natürlichen Geschmack von Äpfeln oder Möhren, die nicht eingekocht und künstlich aromatisiert sind, können wir längst nichts mehr anfangen…

Da ist es eigentlich egal, wie billig das Fleisch ist. Hauptsache Qualität…

Ihr

Rainer Sander

Mehr Bilder, schnelle Informationen
https://www.facebook.com/nh24de

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 106

 

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24