Kolumne
DIE KOLUMNE: Zum Abheben! Drucken E-Mail
Dienstag, den 16. September 2014 um 12:28 Uhr

Ankunft und Abflug in Calden  ©Foto: privat | nhSchwalmstadt | Calden. Dass Nordhessen einen Flughafen hat, weiß inzwischen die ganze Welt, so laut wird hier immer noch „gemährt“. Wenn ein Bahnhof subventioniert wird, ist das meistens o. k. Bei einem Flughafen scheiden sich dabei die Geister.Bei einem Flughafen sind die Maßstäbe anders, als bei einem Pendler-Bahnhof, dort vermutete man die Schönen und Reichen, die staatlich gefördert in die Welt fliegen - also die Studenten und Azubis auf dem Weg zum Ballermann, die Industriearbeiter auf dem Trip zur sonnigen „DomRep“ oder die „kleinen Angestellten“ für den Flieger nach Djerba, während die armen Manager und Handlungsreisenden dafür sorgen, dass sich die ICE-Bahnhöfe endlich rechnen.

So kommt die Kritik am Flughafen meist - politisch gesehen - von links oder aus der Grünen Mitte und während die linke Parteibasis sich schon aus ideologischen Gründen den Urlaubsflug ab Kassel-Calden verkneift – nur Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht „müssen“ fliegen – und die grüne Basis der volleren Flugzeuge (Ökologische Auslastung!) wegen und um nicht gesehen zu werden ab Flughafen Hahn mit Ryan-Air oder German Wings fliegt, wo Rheinland-Pfälzische Steuermillionen hinfließen, kommt die bürgerliche Parteibasis von Union und Liberalen manchmal etwas zu euphorisch daher. In deren Köpfen löst der Flughafen irgendwann Rhein-Main ab - Ok, das mag sein - aber wir werden das vermutlich nicht mehr erleben. Das dürfte zu der Zeit geschehen, in der Kassel infolge des Klimawandels und der Kontinentalverschiebung auch Hafenstadt wird.

Eines scheint sicher: das „Kasseler Gemähre“, was uns Nordhessen ausmacht, obwohl wir es so doch nicht meinen, erweckt nach außen immer den Eindruck, als würden wir den Flughafen gar nicht wollen. Falsch! Anders in Paderborn übrigens, wo alle bei der Aussprache des Wortes Flughafen lächeln aber hinter dem Rücken die Finger kreuzen, weil sich auch dieser Airport – vermutlich wie der Hauptbahnhof von Paderborn – nicht allein für sich rechnet.

Ohne Flughafen geht es in Kassel aber auch nicht, schließlich haben sich im Laufe der Jahre ziemlich viele Luftfahrtunternehmen dort angesiedelt mit extrem vielen Arbeitsplätzen und einem enormen Steueraufkommen. Wer diese Steuereinnahmen mitrechnet, die es ohne den Airport schließlich nicht gäbe, merkt schnell, dass Kassel-Calden zu den wenigen Flughäfen gehört, die sich wenigstens volkswirtschaftlich rechnen. Und wenn all die Kritiker heimlich und unerkannt in Calden ins Flugzeug schlüpfen, wird‘s auch mit den Passagierzahlen.

Ihr

Rainer Sander

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