Kolumne
DIE KOLUMNE: Tote Tiere Drucken E-Mail
Donnerstag, den 12. Mai 2016 um 19:05 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Zugegeben, mit den romantischen Windmühlen aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit, in denen irgendwo am Ortsrand der Müller den Bauern das Getreide zu Mehl mahlte, die damit Windenergie zum Antrieb von Maschinen nutzten, haben die modernen Windkraftanlagen nicht mehr viel gemeinsam. Eigentlich nichts, außer dass der Wind sie dreht.

Moderne „Windmühlen“ sind schlank und Rank und sie ragen bis etwa 200 Meter hoch in den Himmel. Damit machen sie – im Gegensatz zu Atomstrom – Energie wieder unübersehbar. Zunehmend werden die Windparks auf den Höhen unserer Gebirge als unästhetisch empfunden und eine Menge Umweltschützer entdecken deren Belastungen für Umwelt, Mensch und Tier. Da gibt es Schatten, die irritieren, Lebewesen, die in ihrem Lebensraum gestört werden, Vibrationen, die den Schlaf rauben und Vögel, die von den mächtigen Rotoren gelegentlich „erschlagen“ werden.

Eine Rückkehr zu den klassischen Formen der Energieerzeugung fordern die Gegner der Windräder und selbst ernannten Umweltschützer. Also, wer die Bilder von tausenden Toten Seevögeln und anderen Lebewesen zu Wasser und zu Land vor Augen hat, die bei Tankerunglücken grausam verenden, weil mal wieder schief gegangen ist, das Öl von der „Quelle“ zum Verbraucher, sprich Energieerzeuger zu transportieren, fängt unweigerlich an zu überlegen, welche Vögel jetzt mehr geschützt werden müssen. Die in der Heimat vor den Windrädern oder die irgendwo in Ozeanen, die wir nicht sehen? Willkommen in der Welt der Aufrechnung von Leben und Tod!

Wer hinter den Kühltürmen an Atomkraftwerken mal die Hand ins Wasser hält und mit den Temperaturen vor dem Kraftwerk vergleicht, weiß, dass sich ein deutscher Kaltwasserfisch dort alles andere als wohl fühlen wird. Und angesichts der Tausenden von toten Lebewesen nach Tschernobyl und Fukushima, könnte man ziemlich viele Windkraftanlagen über Jahrzehnte gegen Zugvögel „antreten“ lassen. Und wenn wir die Eventualität des Tötens von Lebewesen grundsätzlich als unzeitgemäß einstufen, dann sollten wir den Autoverkehr und leider auch den Schienenverkehr verbieten, denn durch Verkehrsmittel sterben die meisten Lebewesen. Als Vegetarier stellt sich zusätzlich die Frage, ob der Küchenherd nicht längst auf den Index gehört, schließlich ist auch er ein Instrument zum „Grillen und Kochen“ von Lebewesen.

Wer vorurteilsfrei unseren Energiebedarf im Auge hat und möchte, dass es abends nicht dunkel wird im Haus, wird zugeben müssen, dass es keine Technologie gibt, die nur gut ist...

Ihr

Rainer Sander

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