Kolumne
DIE KOLUMNE: Absturz Drucken E-Mail
Donnerstag, den 24. Juli 2014 um 01:30 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Wie wird es wohl sein, wenn man in einer Passagiermaschine auf den Weg zum Urlaubsort sitzt, entspannt aus dem Fenster schaut, sich auf schöne Tage freut und plötzlich erscheint von schräg hinten im Fenster der Boeing 777 eine Flugabwehrrakete, die sich an das Flugzeug heftet und der Hitzestrahlung des Triebwerks unerbittlich folgt.

Wie ist es, wenn der Sprengkörper der Rakete in wenigen Metern Abstand zur Maschine explodiert, Teile von ihr wegsprengt und der Sturzflug beginnt? Wie schnell oder wie lange dauert dann der Weg nach unten?

So könnte es einigen oder allen der etwa 300 Fluggästen im Malaysia-Airlines-Flug MH17 gegangen sein. Und genau diese Bilder haben auch die Angehörigen im Kopf, die ihre Kinder, Geschwister, Eltern oder Freunde verloren haben. Vermutlich geistern diese Bilder aber auch denjenigen durch den Kopf, die den Abschluss der Maschine – absichtlich oder versehentlich - verursacht haben. Ganz gleich wer es war, schlaflose Nächte werden sich einstellen. Oder wie ist es, wenn man nach Hause zu den eigenen Kindern kommt und weiß, dass der Abschluss einer Rakete gerade über 80 Kindern das Leben genommen hat?

Kaum haben sich Schall und Rauch verzogen, blühen allerdings auch Spekulationen und Schuldzuweisungen. Verschwörungstheorien reichen vom Abschuss durch Israel – um von Gaza abzulenken bis zur Selbstvernichtung des Jets durch eine Insolvenzbedrohte Airline. Am schlimmsten sind die Spekulationen um irgendwelchen Nutzen aus dem Unglück. Alles ziemlich wirres Zeug und irgendwie unter Drogen verfasst…

Aber was passiert, sollten sich die Verantwortlichen - wider Erwarten - tatsächlich ermitteln lassen? Kommen dann Rache und Revanchegelüste, wie im Gaza-Streifen? Im Grunde weiß Putin wohl, wer die Abschusseinrichtung bedient hat oder? Weiß Obama dank Satellitenfotos schon längst von woher die Rakete kam? Haben beide bereits miteinander telefoniert? Was wäre eine angemessene Reaktion? Eskalation? So wird es kaum jemanden geben – „ganz oben“ in der Politik – der die Umstände vollständig aufklären will. Wohl aber die Angehörigen – und vielleicht ja auch der Todesschütze, damit die Alpträume in den schlaflosen Nächten nicht mehr quälen…

Ihr

Rainer Sander

 
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