Kolumne
DIE KOLUMNE: Marktschreier Drucken E-Mail
Donnerstag, den 30. Juli 2015 um 21:18 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Noch rund um die Jahrtausendwende schien die Welt einfacher zu werden. Der Eiserne Vorhang war verschwunden, Ost und West deuteten an, gemeinsam das Geschehen auf der Welt regeln zu wollen. Der Hunger auf der Welt schien beherrschbar, die Welt wirkte friedlicher als früher. Dann kamen die Finanzkrisen, alte Feindschaften wurden wiederentdeckt und Lösungen für globale Probleme entpuppen sich als viel schwerer als gedacht.

Der Klimawandel macht zu schaffen, Finanzkrisen gibt es nicht nur in Europa sondern auch in Asien und in Südamerika, Extremisten sind auf allen Kontinenten aktiv und in unzähligen Kriegen machen vielfältige Interessen Lösungen immer schwerer. Dabei ist die Welt nicht nur schwarz und weiß, das Eine hängt oft vom Anderen ab.

Bei allen Problemen auf der Welt ist es schwer, in die Zukunft zu blicken. 7,3 Milliarden Menschen leben auf dieser Erde und die müssen sich bei der Lösung irgendwie einig werden. Ob wir es schön finden oder nicht, ob wir es wollen oder nicht, wir werden dafür eine Menge kluge Köpfe brauchen und müssen auch auf Politiker setzen, denn eine weltweite Konferenz mit 7.300.000.000 Menschen wird es nicht geben. Und wer sollte sie leiten?

Und nach den aktuellen Berechnungen der UN werden es in 15 Jahren schon 8,5 Milliarden sein und 2050 sind wir dann zusammen 9,7 Milliarden. 2,5 Milliarden mehr, die sich streiten können, die Hunger haben können und die von Naturkatastrophen heimgesucht werden können. Die Welt wird also kaum einfacher – aber auch nicht unbedingt schlechter – sondern sie sucht nach globalen Lösungen.

Wir Menschen finden es immer schön und praktisch, wenn die Lösungen leicht und schnell herbeizuführen sind. Das wird es aber selten geben und dennoch freuen wir uns, wenn irgendwo – meistens ganz rechts oder ganz links – eine Partei oder Gruppierung auftaucht, die eine simple Lösung anbietet. Wir müssen nur für oder gegen etwas sein und schon ist die Welt wieder in Ordnung? Diese Problemlösungen sind genauso seriös wie die tollen Putzmittel und Haushaltsgeräte, die versprechen alle Haushaltsprobleme mit einem Schlag zu lösen! Ich muss zu Hause immer noch putzen und das jede Woche und eines ist sicher: es hört auch nie auf…

Mit einem Ja oder einem Nein sind selten Lösungen definiert. Nicht in diesen Zeiten und nicht angesichts der aktuellen Herausforderungen. Die Flüchtlingsprobleme werden weder mit offenen noch mit geschlossenen Grenzen beseitigt, der Hunger auf der Welt weder mit Lebensmittellieferungen noch mit Entwicklungshilfe. Es sind lange und weite Wege zu gehen, vielleicht länger als wir voraus schauen können und es erleben werden. Und deshalb sollten wir aufhören immer wieder Marktschreiern zu vertrauen, die immer nur eines im Kopf haben: ihren eigenen Vorteil. Die gibt es auch bei den etablierten Parteien immer mehr – vor allem im Sommerloch.

Ihr

Rainer Sander

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 392

 

Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24