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DIE KOLUMNE: Die Bürgerversicherung Drucken E-Mail
Freitag, den 02. Februar 2018 um 17:43 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Mit der Forderung nach einer Bürgerversicherung poppt bei den Koalitionsbemühungen gerade ein Thema auf, das im Wahlkampf überhaupt keine Rolle gespielt hat. Niemand hat offensiv eine Bürgerversicherung versprochen. Die Vision ist schön:

Alle zahlen ein und alle bekommen, was sie brauchen. Leider ist nicht alles so einfach, wie man es gerne hätte und wer die Geschichte des deutschen Sozialstaates verfolgt hat, weiß, dass die großen Errungenschaften der sozialen Sicherung von konservativen Regierungen durchgesetzt wurden und die großen Einschnitte in den Sozialstaat von linken oder linksliberalen Regierungen…

Der alles andere als links geltende Otto von Bismarck, hat im 19. Jahrhundert unter Belastung der Arbeitgeber die Krankenversicherung, die Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) und die Rentenversicherung eingeführt. Interessanter Weise gegen den Widerstand der Arbeiterparteien und der liberalen Unternehmer gleichermaßen. Unter Gerhard Schröder, der wiederum nicht als konservativ galt, wurden die großen Hartz IV Reformen umgesetzt.

Also kann das mit der Bürgerversicherung a la Schulz nichts werden? Die privaten Krankenversicherungen sind immer teurer geworden und für kinderreiche Familien längst uninteressant. Sie haben immer weniger Mitglieder und die meisten von Ihnen sind nicht die reichen Unternehmer, sondern Beamte. Und genau die können sich im Alter die hohen Beiträge, die nicht nach Einkommenshöhe gestaffelt sind, zunehmend nicht mehr leisten. Aber wer einmal privat versichert ist, kommt nicht zurück und so wünschen sich längst eine Menge privat Versicherte selbst eine Bürgerversicherung, in der alle Versicherten nach ihrem Einkommen zur Kasse gebeten werden.

Das würde auch die vielen Einzelunternehmer ohne Angestellte freuen. 80 Prozent dieser Solo-Selbständigen verdienen nämlich mit ihrem Gewerbe weniger als 800 Euro im Monat und rutschen in Hartz IV, weil ihr Beitrag in der gesetzlichen (!) Kranken- und Pflegeversicherung nicht nach dem tatsächlichen Einkommen, sondern nach einem fiktiven Durchschnittseinkommen berechnet wird. Der beträgt zurzeit mindestens 399 Euro (bei Wahl der günstigsten Krankenkasse). Das sind 50 Prozent des Einkommens. Ein Arbeitnehmer würde dafür 139 Euro zahlen und der Arbeitgeber davon noch die Hälfte tragen. Sogar die LINKE setzt sich gerade für diese „Unternehmer“ ein.

Wenn man diese Ungerechtigkeiten auch noch bereinigt und die Rückstellungen, die privat Versicherte jahrzehntelang über ihren eigentlichen Beitrag hinaus eingezahlt haben, um im Alter wenigstens etwas niedrigere Beiträge zu zahlen, wieder ausgleicht, wird das Zusammenwerfen der beiden Systeme kaum eine echte Verbesserung der Situation herbeiführen. Es sieht nur gerechter aus. Das einzige, was helfen würde, wäre eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze, über die hinaus niemand Beiträge zahlen muss.

Wenn aber jetzt den privaten Krankenversicherungen allmählich die Puste ausgeht, weil immer weiter steigende Beiträge, immer mehr Beamte und gutverdienende Unternehmer in die gesetzliche Versicherung treiben, dürfte die CDU es sein, die bald - ganz plötzlich - eine Bürgerversicherung einfordern wird. Die wird dann nur ganz sicher anders heißen. Ein paar Jahre Geduld und dann klappt es! Aber nicht, wenn die Sozialdemokratie es verlangt. Wetten, dass…?

Ihr

Rainer Sander 

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Kommentare   

 
+3 #14 Norbert P 2018-02-05 23:03
Hallo Lisel, wie ich soeben gelesen habe (N24), kommt die Bürgerv. nicht, die SPD hat auch die Honorarabrechnu ngen der PKV mit den Ärtzten nicht geändert, dafür sollen die Ärtzte mehr Honorare von der GKV bekommen, auf die Frage wer das bezahlt antwortete ein SPD-Mann, der Steuerzahler, letztlich wird ein erhöhter KV-Beitrag fällig werden und wir alle bezahlen die Schnaps-Idee der SPD.
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+5 #13 LIesel 2018-02-05 14:20
Sie können die Bürgerversicher ung, wie sie bei uns angedacht wurde nichr mit der in GB vergleichen. das System tut nichts für die Entwicklung der Kliniken. England hat eine Versorgung wie in den 1980ern bei uns. Wo gibt es hier noch 6 und 8 Bettzimmer? Die Ausstattung der Kliniken ist in der Diagnostik rückständig. Krebspazienten werden teilweise mit Methoden ebhandelt, die bei uns nicht mehr praktiziert werden.
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-2 #12 Norbert P 2018-02-05 10:17
und warum ist das so?, England hat eine Bürgerversicher ung und weder Torrie- noch Labour-Regierun gen haben diese Zustände geändert, glauben Sie ernsthaft, daß das bei uns anders laufen würde ?
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+13 #11 Alyeska 2018-02-04 15:56
Von meiner Mutter (ehemals verbeamtete Lehrerin) weiß ich, daß kein Beamter gezwungen wurde/wird, sich privat zu versichern. Sie selbst war (seit ich mich erinnern kann) in der gesetzlichen KV.
Die Tatsache, daß im Alter die Beiträge der privaten KV steigen, bis man sie sich als Rentier uU nicht mehr leisten kann, ist seit Jahrzehnten bekannt!
Überdies kann davon ausgegangen werden, daß man auch als GKV-Patient die Chefarzt-Behand lung genießt, wenn man außerhalb der "Norm" erkrankt ist.

Im Gegenteil: Ich habe an Bekannten, die ursprünglich mal den Fehler begangen hatten, sich privat krankenzuversic hern, gesehen, daß sie länger krank waren, damit die Ärzte noch n'büschn mehr Honorar liquidieren konnten.
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+9 #10 LIesel 2018-02-04 13:11
Dem kann man nur zustimmen. es wird oft gegen die Bürgerversicher ung gewettert und als Beispiel das System in GB als Beispiel genannt. Dazu muss man wissen, dass in GB nocht Krankenhäuser in Betrieb sind, die bei uns keine Zulassungmehr bekommen würden. Manche Klinik hat außer alten Röntgengeräten keine diagnostische Technik. Selbst Große Kliniken haben kein MRT. Verglichen mit der Asklepios Klinik in Ziegenhain, hat maches Krankenhaus kein CT und die Kliniken haben teilweise noch vier und sechs Bettenzimmer.Ma n sollte eben nicht Äpfel mit Birnen verwechseln. Britische Soldaten haben sich lieber in eine deutsche Klinik einweisen lassen, als nach England fliegen lassen.
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+2 #9 Zella 2018-02-04 12:05
Wer sich ein rein privates System anschauen will der schaue in die USA. Das System dort ist teuer und schlecht.
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+15 #8 Hagen 2018-02-04 00:20
100 % richtig!!!
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+26 #7 Reiner 2018-02-03 16:41
Unter Bürgerversicher ung verstehe ich keinesfalls eine Verteuerung für bereits jetzt GK-Versicherte.
Im Gegenteil.
Waren es 1970 noch 1815 Krankenkassen, 1990 dann 1147 , im Jahr 2000 noch 420. Heute gibt es nur noch 110 Kassen (Stand: 01. Januar 2018), was exakt 109 Vorstände, Vorstands-Sekre tärinnen Vorstandsdienst wagen und abgehalfterte Politiker in den Aufsichtsgremie n zuviel der Volksvermögens- Verschwendung sind…
Wenn alle (Beamte, Politiker, Unternehmer, Arbeiter & Angestellte, von und zu Privatiers & Hartz IV-Empfänger) in ein System einzahlen, dürften die zu erwartenden , rein medizinischen Leistungen, nicht aber die Beiträge steigen!
Wem dies immer noch nicht reicht, darf sich das KH-Einzelzimmer und die Nack.., Pardon, die Model-Nachtschw ester und den Kaviar-Gourmets ervice auf Rädern gern über eine private Zusatzversicher ung sichern!
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+12 #6 Norbert P 2018-02-03 10:11
zitiere Norbert P:
zitiere Jens:
Es müsste auch grundrente gäben egal ob gearbeitet oder nicht reich oder arm

Lesen Sie doch den Artikel von Herrn Wittke ein 2.mal, es geht um die Bürgerversicherung, also Krankenversicherung, nicht um Rente.

Anm. d. Redaktion:
Die Kolumne stammt von Rainer Sander, dem jungen Mann auf dem Bild.

Herr Sander möge es mir nachsehen.
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+21 #5 Norbert P 2018-02-02 23:23
zitiere Jens:
Es müsste auch grundrente gäben egal ob gearbeitet oder nicht reich oder arm

Lesen Sie doch den Artikel von Herrn Wittke ein 2.mal, es geht um die Bürgerversicher ung, also Krankenversiche rung, nicht um Rente.

Anm. d. Redaktion:
Die Kolumne stammt von Rainer Sander, dem jungen Mann auf dem Bild.
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