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Fachschüler besuchen gerichtsmedizinische Ambulanz Drucken E-Mail
Montag, den 13. November 2017 um 18:40 Uhr

©Foto: privat | nhGIEßEN | ZIEGENHAIN. Am vergangenen Freitag besuchten 48 Berufspraktikanten der Fachschule für Sozialwesen aus Ziegenhain das Forensische Konsil Gießen (FoKoGi), um sich über die Arbeit der rechtsmedizinischen Ambulanz zu informieren.

Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot für Personen, die von Gewalt betroffen sind. Verletzungen werden dort ärztlich versorgt und dokumentiert, ohne dass ein direkter Kontakt zur Polizei aufgebaut wird. Diese Dokumentation gewaltbedingter Verletzungen kann im Fall einer späteren Anzeige vor Gericht verwendet werden.

Mit Hilfe zahlreicher Fallbeispiele zeigte Frau Ohrwärther, Assistenzärztin des Instituts für Rechtsmedizin, den Unterschied zwischen einmaligen Verletzungen infolge von Unfällen und absichtlich herbeigeführten, wiederholten Misshandlungen an Kindern auf. Die angehenden Fachkräfte aus Ziegenhain erhielten Einsicht, wie Verletzungen durch Verbrennungen, Verbrühungen, sexuelle Gewalt oder durch Einwirkung von Gegenständen sichtbar werden, aber auch Informationen darüber, welche Auswirkungen das Schütteln von Säuglingen bzw. Kindern hat und durch welche körperlichen Reaktionen und Signale dies erkannt werden kann. Unterschieden wurden sturztypische, spieltypische sowie lagerungstypische Verletzungen. Auch die Vernachlässigung von Kindern wurde thematisiert. Die Ärztin  zeigte ebenfalls auf, wie Erzieherinnen und Erzieher bei Verdachtsfällen von Missbrauch reagieren und vorgehen sollten.

©Foto: privat | nhDas Angebot der rechtsmedizinischen Ambulanz in Gießen gibt es seit 2014. Untersucht wurden seitdem 240 Gewaltopfer, hauptsächlich betroffen waren dabei Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren - Zahlen und Fallbeispiele, die bei den angehenden Fachkräften für große Bestürzung sorgten und unter die Haut gingen. (pm) 

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Kommentare   

 
+4 # Schwälmer 2017-11-13 20:34
Es ist gut, dass Fachschüler auf dieses Thema aufmerksam gemacht werden. Aber es ist in Verdachtsfällen auch Vorsicht geboten. Schnell ist jemand fälschlicherwei se verdächtigt worden, dem kann ein nicht wieder gut zu machender Schaden zugefügt werden.
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+5 # Martin Schenk 2017-11-14 10:58
Kommentar ist m.E. richtig, doch die andere Seite bedeutet Gewalt evtl. nicht zu entdecken.
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