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Backparadies Jungclas hat Insolvenz angemeldet Drucken E-Mail
Mittwoch, den 13. September 2017 um 21:38 Uhr

©Archivfoto: nh24TREYSA. Das Backparadies Jungclas ist insolvent. Wie das Amtsgericht Marburg informiert, wurde am Mittwochmittag von den Geschäftsführern Jutta Jungclas und Michael Grau ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Als vorläufigen Insolvenzverwalter setzte das Gericht Dr. Jörg Laudenbach aus Gießen ein.

Das Unternehmen wurde erstmals 1593 erwähnt und zählt damit zu den ältesten Bäckereien in Deutschland. Nach dem Bau der Produktionsstätte im Ostergrund (1997) expandierte das Unternehmen, das von der Familie Jungclas geführt wurde. Auch durch familiäre Schicksalsschläge geriet die Großbäckerei mit aktuell über einem Dutzend Filialen in der Vergangenheit immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten. (wal)

Das Gespräch mit Dr. Laudenbach finden Sie hier:
Jungclas: Übertragungslösung angestrebt

Hintergrund: Insolvenzverfahren bei Kapitalgesellschaften

Wenn eine Kaitalgesellschaft (GmbH, AG) entweder zahlungsunfähig ist, beziehungsweise von Zahlungsunfähigkeit bedroht ist oder wenn sie bilanziell überschuldet ist (die Verbindlichkeiten sind höher als alle Vermögenswerte), so muss die Geschäftsführung den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Andernfalls macht sie sich möglicherweise wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Mit diesem Schritt geht ein Zahlungsverbot einher. Das heißt, ab diesem Moment dürfen keine „alten“ Rechnungen mehr bezahlt werden und „neue“ müssen genehmigt sein.

Das Amtsgericht prüft den Antrag, eröffnet dann das Vorläufige Insolvenzverfahren und setzt für längstens drei Monate einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Diese drei Monaten lang leiten die bisherige Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter das Unternehmen gemeinsam. In dieser Zeit werden unter anderem die Vermögenswerte ermittelt und melden die Gläubiger ihre Forderungen an, die vom Insolvenzgericht auf Rechtmäßigkeit geprüft werden.

Mit Einleitung des Insolvenzverfahrens ist das Unternehmen quasi von allen Altlasten befreit. Anteile, Einlagen und Darlehen der Gesellschafter oder Aktionäre, sind so lange wertlos, bis alle anderen Gläubiger ausgezahlt sind. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt aus der Insolvenzumlage, in die alle Unternehmen einzahlen, die Löhne und Gehälter und wird damit allerdings selbst zum Insolvenzgläubiger. Das Geld, das in den drei Monaten erwirtschaftet wird, gehört den Gläubigern und wird am Schluss nach einer Quote verteilt. Dieser Phase machen Zuschüsse und Hilfen also wenig Sinn und Förderprogramme oder Bürgschaften sind zumeist ausgeschlossen. Das macht auch deutlich, wie heikel die Bundesbürgschaft für Air-Berlin gerade ist. Hat der Insolvenzverwalter einer Ausgabe zugestimmt, haftet er für deren Bezahlung. Geschäfte mit einem insolventen Unternehmen sind im Grunde also ausgesprochen sicher.

Wird nach drei Monaten das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet, führt der Insolvenzverwalter das Unternehmen alleine weiter. Er muss es dann entweder abwickeln, besser aber insgesamt oder in Teilen verkaufen, was durchaus auch bereits in der Phase der vorläufigen Insolvenz möglich ist. Ein Verfahren, das gerade auch bei Air-Berlin als Bieterverfahren praktiziert wird. Käufer können auch die Alteigentümer sein. Der Verkaufserlös kommt in die Insolvenzmasse und steht damit zur Verteilung an die Gläubiger bereit.

Das neue Unternehmen startet also dann bei „Null“ beziehungsweise mit der neuen Einlage, der neuen Eigentümer, auf jeden Fall schuldenfrei. Es kann – wie jedes andere Unternehmen – Investitionszuschüsse des Landes oder des Bundes in Anspruch nehmen, wenn es die Fördervoraussetzungen erfüllt. Das ist in der Regel zumindest der Nachweis einer bestimmten Anzahl von Arbeitsplätzen. (rs)

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 18. September 2017 um 07:30 Uhr
 

Kommentare

 
-4 #57 Lilalaune 2017-09-16 22:48
Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Wären und wie seine Mitarbeiter. Leider war beides schon seid länger Zeit nicht mehr gut. Service wird in vielen Filialen klein geschrieben. Unfreundlichkei t und Gleichgültigkei t gehören zum Standart. Es tut mir leid aber wenn man ein belegtes Brötchen bestellt und es nicht möglich ist ein neues zu schmieren weil das gewünschte ausverkauft ist und die Antwort auf die Frage nach dem Warum, nee sowas mach ich jetzt nicht, lautet der hat meine 2,90 anscheindend nicht nötig. Dazu schmeckt die Wurst teilweise Alt. Das Rückgeld wird einen auf den Tresen geknallt ohne ein Wort, weil das Handy wichtiger ist. Man sollte schauen und probe Einkäufer mal hin schicken.
 
 
+3 #56 Schwälmer 2017-09-15 23:36
Glauben Sie die anderen Großbeckereien haben keinen Käse oder Wurst von Lidl oder Aldi? Das was wir z.B. von Jungcls erwarten, das machen die Becker nicht, die Belage sind nicht vom Metzger um die ecke, sondern vom Discounter.
 
 
+3 #55 San@dra 2017-09-15 21:39
Sehr schön geschrieben und ich kann diese Aussage nur unterstützen. Wir kämpfen weiter
 
 
+1 #54 Axel Meyer 2017-09-15 19:37
Der Insolvensverwal ter Dr.Laudenbach ist ein Profi ich vertraue ihm das er das hin bekommt.
 
 
+3 #53 Nixmitzutun 2017-09-15 17:28
Hier kommt sicher einiges zusammen. Wer sich die Bilanzen der Bäcker (in der Region) anschaut, der bekommt ein Gefühl dafür warum die Zinsen nicht steigen sollten.

Die Firma hat den Trend zu spät (oder gar nicht) aufgegriffen, dass ein Bäcker heute Gastronom ist. Mit Brot und Brötchen lässt sich kaum so viel verdienen wie mit Kaffee. Aber ein solches Gastrokonzept benötigt Top Lagen und ansprechende Räumlichkeiten mit vielen Sitzplätzen für das WE Brunch.

Also ist die Insolvenz eine Möglichkeit die Substanz zu sichern und konsolidiert vielleicht zu überlegeben.

Nicht weit vom aktuellen Ort des Geschehens hat es ja schon mal einen Bäcker gegeben, der ..mindestens ein mal insolvent war und heute trägt eine der größten Bäckereiketten seinen Namen.
 
 
+8 #52 Rantanplan93 2017-09-15 13:27
also ich finde die normalen Brötchen von jungclas sind super lecker und können mit jedem Bäcker hier in der Umgebung von Neukirchen locker mithalten. Natürlich haben die auch noch andere leckere Sachen, aber dort gibt es eben meine Lieblingsbrötchen)
Auch das Personal ist mir bisher noch nicht in irgendeiner Form als unfreundlich oder so aufgefallen.
Und ich kenne viele die diese Meinung mit mir teilen und dort sehr gerne einkaufen.
 
 
+9 #51 Lutz Klapp 2017-09-15 10:25
Für alle die alles besser wissen!

Es gibt keine Bäckerei die nur gute, oder nur schlechte Backwaren hat.Jede Bäckerei hat ihre Highlights, die dann auch von den Kunden gekauft werden.Wir können in Deutschland froh sein, das wir die kleineren und mittelständigen Bäckereien noch haben, obwohl sie immer weniger werden. Das könnten wir als Kunde beeinflussen, in dem wir unsere Backwaren bei diesen heimischen Bäckereien kaufen und nicht im Discounter. Da sind sie zwar billiger, haben aber eine Menge negative Zusatzstoffe um die Ware länger haltbar zu machen. Wir wundern uns ständig über Zunahme von Krebs und kaufen aber gleichzeitig Brot und Brötschen beim Discounter. Wie pervers ist das eigentlich?
Also, unterstützt eine der ältesten Bäckereien (Jungclas) in Deutschland und es kann sich alles zum Guten wenden und wir können weiterhin den leckeren Kaffee und Kuchen bzw. das gute Brot bei Jungclas genießen.
 
 
+6 #50 Lutz Klapp 2017-09-15 10:10
@Frielenddorfer,

in der Anonymität lässt sich so ein Mist leicht schreiben!
Mir stellt sich hier nur die Frage aus welcher Ecke so ein Mist kommt?
 
 
-6 #49 franz muenchinger 2017-09-15 10:09
weil viehmeier halt bessere qualität abliefert.
 
 
-4 #48 franz muenchinger 2017-09-15 10:08
viehmeier ist halt die bessere brotfabrik und die leute kaufen dort dann halt einfach mehr.
;)
 

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