Banner
Banner
Banner
Servicekraft auf Station Drucken E-Mail
Freitag, den 01. September 2017 um 02:15 Uhr

Christiane Schuchardt auf Station ©Foto: Hephata | nhSCHWALMSTADT. Weiße Hose, weißer Kittel, freundliches Lächeln und schneller Schritt – so ist Christiane Schuchardt (33) in den drei Fluren der geriatrischen Station des Asklepios Klinikums Schwalmstadt unterwegs.

Die 33-Jährige unterstützt als Stationshilfe das Pflegepersonal mit vielen wichtigen Handreichungen und Botengängen. Christiane Schuchardt arbeitet auf einem Betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz (BiB).

„Christiane ist eine tolle Hilfe. Sie übernimmt viele elementar wichtige Kleinigkeiten. Sie ist eine Art Servicekraft. Es ist eine glückliche Fügung, dass wir sie haben“, sagt die Pflegedienstleiterin Squollan Schöneweiß. Jede Station des Schwalmstädter Klinikums hat eine Stationshilfe, die geriatrische Station, als größte des Hauses mit 48 Betten, hat nun mit Christiane Schuchardt zwei – und auch den ersten BiB im Haus. „Als die Anfrage von Hephata kam, war ich selbst sehr gespannt, wie das sein würde. Ich hatte behinderte Menschen mit großen Einschränkungen vor Augen, wie sollte das hier klappen?“, erinnert sich Schöneweiß. „Ich dachte dann, ein Versuch auf der geriatrischen Station ist es wert. Hier bleiben die meisten Patienten länger, die Schlagzahl ist nicht so hoch wie auf den anderen Stationen.“ Den Kolleginnen und Kollegen erzählte die Pflegedienstleiterin erstmal nicht, dass Christiane Schuchardt auf einem BiB arbeitet. Das bedeutet, dass die 33-Jährige noch immer eine Beschäftigte der Hephata-Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) ist. Die WfbM zahlt die gesetzlichen Sozialabgaben und übernimmt die psycho-soziale Begleitung am Arbeitsplatz. Den Arbeitslohn zahlt Asklepios. „Ich dachte, wir probieren es einfach, ohne großes Tamtam.“

Christiane Schuchardt absolvierte zunächst ein dreimonatiges Praktikum. Im Januar 2016 begann ihr BiB, das mittlerweile um ein zweites Jahr verlängert wurde. Am Anfang war WfbM-Jobcoach Birgit Mattheis immer mit dabei, lernte mit Christiane Schuchardt die Kolleginnen und die Arbeit kennen. Heute kommt sie nur noch einmal in der Woche im Klinikum vorbei, um zu schauen, ob Christiane gut klarkommt und ob die Vorgesetzten mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Das sind sie. „Christiane ist hilfsbereit, motiviert, freundlich und pünktlich. Ich bin dankbar, dass wir diese Zusammenarbeit gefunden haben“, sagt Squollan Schöneweiß. Und auch Jana Weigang, die als erste Stationshilfe in der Geriatrie arbeitet und Christiane Schuchardt mit eingearbeitet hat, sieht das so: „Sie hat eine super Entwicklung gemacht.“

Squollan Schöneweiß (links) und Christiane Schuchardt ©Foto: Hephata | nhDarauf ist Christiane Schuchardt stolz. „Ich wünsche mir, dass es so bleibt. Ich komme gerne an die Arbeit, hier macht mir alles Spaß.“ Ihre Aufgaben umfassen unter anderem Botengänge im Haus, Bring- und Holdienste von Patienten für Untersuchungen, Kaffeekochen und Breiwärmen, das Auffüllen von Pflegemitteln und Wäsche, Betten abziehen und desinfizieren, das Hin- und Wegräumen der Essentabletts, aber auch mal Hilfestellungen für die Patienten beim Brötchenschmieren und Schuhe anziehen. Außerdem auch die Teilnahme mit den Kolleginnen an Schulungen. Dabei liebt die 33-Jährige die Routine, die ihr Sicherheit gibt, aber auch die kurzfristigen Aufträge, die sie als Herausforderung annimmt. „Bevor ich hier angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich mal in einem Krankenhaus arbeite. Ich habe mich einfach drauf eingelassen.“

Die Offenheit, mit der die Kolleginnen und sie aufeinander zugegangen sind, trägt auch Früchte in der Freizeit. Egal ob beim Betriebsausflug oder bei der Winterwanderung der Station, Christiane Schuchardt ist dabei. Häufiger fahren sie Kolleginnen nach Dienstschluss nach Hause, damit sie sich die Busfahrt bis in ihr Elternhaus in Gebersdorf sparen kann. Squollan Schöneweiß: „Christiane ist sehr sehr gut ins Team integriert. Sie hat eine liebe, positive Art, die Zusammenarbeit mit ihr macht Spaß.“

Hintergrund

Innerhalb der Hephata Diakonie gibt es Betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze (BiBs) über die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) in der Behindertenhilfe und in der Sozialen Rehabilitation. Einem BiB geht ein Praktikum voraus, in der Regel zwischen drei Wochen und drei Monaten, bei dem sich Betrieb und Beschäftigter kennenlernen. Ein BiB dauert dann mindestens ein Jahr. Innerhalb des BiBs qualifizieren sich die Beschäftigten weiter, um später eventuell eine Festanstellung zu erhalten oder auch längerfristig im Betrieb, im Rahmen eines BIB qualifiziert zu werden.

Die Betreuung am Arbeitsplatz übernehmen die Fachkräfte für berufliche Integration und Jobcoaches der WfbM. Im Schwalm-Eder-Kreis kooperieren aktuell 15 Betriebe mit der Behindertenhilfe. Dort arbeiten Menschen mit Behinderungen unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Produktion, Einzelhandel, Hauswirtschaft, Bau, Lagerhaltung und Alltagsbegleitung. Details zum Ausbau der BiBs regelt das „Hessische Übergangspapier“ zwischen Landeswohlfahrtsverband Hessen, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen sowie Verbänden privater Träger. 

Für die Hephata-Behindertenhilfe gibt es eine Zielvereinbarung, die zwei Vermittlungen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse pro Jahr sowie insgesamt 52 BiBs bis 2020 vorsieht. (red)

Banner

Share
 

Werbung

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Aktuelle Videos

Werbung

Banner
Banner
Banner

Prospekte und Flyer

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Werbung

Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Valid XHTML & CSS | Template Design ah-68 | Copyright © 2009 by NH24