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Wie eine Ehe Drucken E-Mail
Donnerstag, den 22. Dezember 2016 um 13:06 Uhr

Bürgermeister Oleg Vasylyschyn (Mitte) erhält eine Tafel zur Erinnerung. Rechts Bürgermeister Frank Börner, links Walter Pippert mit Dolmetscherin ©Foto: Rainer Sander | nh24 Städtepartnerschaft in Stadtverordnetensitzung besiegelt
GUDENSBERG| SCHTSCHYREZ
. Städtepartnerschaften mit der Ukraine sind selten. 27 Verbindungen zu deutschen Kommunen weist die Internetseite der ukrainischen Botschaft aus, Wikipedia kennt bereits 29, dabei sind auch Regionen, die Verbindungen eingegangen sind.

Seit Freitag gibt es eine mehr, die Städtepartnerschaft zwischen Gudensberg und Schtschyrez in der Ost-Ukraine. Es ist seit Annektion der Krim die erste offiziell besiegelte deutsch-ukrainische Freundschaftsbeziehung. Als bisher letzte auf der Liste standen Wolodymyr-Wolynskyj und Zwickau aus dem Jahre 2013. In Hessen ist die Partnerschaft von Gudensberg und Schtschyrez nach Darmstadt und Ushhorod (1992) die zweite.

Bürgermeister Oleg Vasylyschyn war mit einer Delegation kurz vor Weihnachten nach Gudensberg gereist und fühlte sich sichtlich wohl in der neuen Partnerstadt.

Kontakt als Kontakte wichtig waren

Die Delegation aus der Ukraine mit ihren Gudensberger Gastgebern ©Foto: Rainer Sander | nh24 Der Kontakt war vor sechs Jahren während der Krim-Krise über die Städtepartnerschaft mit dem polnischen Jelcz-Laskowice (2010 begründet) entstanden und bei einem ersten Besuch wurde schnell Freundschaft geschlossen. Ein gemeinsames Fußballturnier, Hilfstransporte und weitere gegenseitige Besuche, bei denen unter anderem ein deutscher Soldatenfriedhof wieder hergerichtet wurde, vertieften die Kontakte. Auch ein Gudensberger Feuerwehrfahrzeug fand den Weg in die Ukraine.  Zuletzt war der Männergesange Gleichen mit Bürgermeister Frank Börner dort. Jetzt wurde aus der freundschaftlichen Verbindung eine „geordnete Partnerschaft“, wie Bürgermeister Frank Börner ausführte.

Gudensberg möchte weiterhin Hilfe leisten beim Entwickeln der Kommunalen und pluralistischen Selbstverwaltung. Wie nach Polen, soll eine lebendige Partnerschaft entstehen. Der Beschluss der Stadtverordneten dazu war einstimmig verabschiedet worden. Bürgermeister Börner sieht die Beziehung „ähnlich, wie bei einer Ehe. Zwei Partner, die sich gut verstehen möchten sich nun näher kennenlernen, in der Zukunft einiges gemeinsam unternehmen und sich gegenseitig helfen. In guten, genauso wie in schlechten Zeiten.“

Die Ukraine habe es nie leicht gehabt, führte Börner aus. Gudensberg trauert um die Söhne der Stadt, die ihr Leben für gesellschaftliche Veränderungen und zur Verteidigung der Ukraine verloren haben.

Deutschsprachige Wurzeln in Schtschyrez

Der Männerchor mit »Maria durch ein Dornwald ging« ©Foto: Rainer Sander | nh24Der Ort Schtschyrez wurde laut Wikipedia 1125 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und erhielt 1397 das Magdeburger Stadtrecht. Die Stadt gehörte von 1774 bis 1918 zum österreichischen Galizien und war von 1854 bis 1867 Amtssitz eines Bezirkshauptmanns. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ort polnisch, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er der Ukrainischen SSR innerhalb der Sowjetunion zugeschlagen und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine.

Bürgermeister Oleg Vasylyschyn erinnerte an 2010 und die Anfänge. Er sagte Danke für die Hilfe, die Unterstützung des Medizinischen Zentrum durch medizinische Hilfsgüter. Die Kontakte tragen zur Demokratie und zum Frieden in ganz Europa bei. Dem Austausch von Worten und Urkunden, folgte der Austausch der Gastgeschenke. Und Altbürgermeister Michailo Brodytsch, von Börner als Vater der Städtepartnerschaft genannt, erhielt die Ehrenurkunde der Stadt Gudensberg.

Der Männergesangverein Gleichen intonierte passend „Maria durch ein Dornwald ging“.

Einmütig und schnell durch die Tagesordnung - ausgeglichener Haushalt

Unterzeichnung der Urkunde und Eintrag ins Goldene Buch: die Bürgermeister Frank Börner und Oleg Vasylyschyn mit Walter Pippert ©Foto: Rainer Sander | nh24Auf der Tagesordnung standen zuvor die Prüfberichte zu den Jahresabschlüssen der Jahre 2011 und 2012. Der Gemeindevorstand wurde in der Folge einstimmig entlastet. Anschließend wurde der Haushalt 2017 eingebracht und steht nun zur Prüfung und Verabschiedung auf der Tagesordnung. Der Haushalt ist mehr als ausgeglichen und schließt bei 17.676.300 Euro erwarteten Erträgen und 17.525.000 Euro ordentlichen sowie 75.000 Euro außerordentlichen Aufwendungen mit einem leichten Überschuss von 76.300 Euro ab. Bei Investitionen von 4,94 Millionen Euro, die alle ohne neue Kredite - bei gleichzeitiger Reduzierung der Schulden – finanziert werden, verbleibt am Jahresende 2017 eine Rücklage von 7,5 Millionen Euro. Es gibt, so Frank Börner, in Gudensberg keinen Investitionsstau.

Der Ankauf von Grund und Boden ist die größte Position, 420.000 Euro sind dafür eingeplant. 1.230.000 Euro werden in den nächsten Jahren in die Baugebiete investiert. Einnahmen durch den Verkauf von Grundstücken sind da. Das Rathaus - es gibt bereits kein Trauzimmer mehr - wird erweitert und es bekommt außerdem eine neue Heizungsanlage. Feuerwehrautos müssen neu angeschafft werden. Die Haushaltsatzung wurde einstimmig an den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Herausforderungen werden angepackt

In der Tagesordnung und den Worten des Bürgermeisters wurden außerdem die demografischen und aktuellen Herausforderungen für die Stadt Gudensberg deutlich. 100 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan sind in der Stadt; das F26 ist Kaufhaus, Kommunikationszentrum und Schulort für Migranten und Unterstützungsbedürftige geworden; die Stadt braucht zudem Wohnungen und bebaubare Flächen, um junge Familien in der Stadt zu halten; das Durchschnittsalter wird dennoch steigen und zunehmende Pflegebedürftigkeit ist absehbar.

Demnächst wird zu Altenheim und drei Pflegediensten auch eine Tagespflege im Haus Töpfenmarkt (Sprung) hinzukommen. Die Realisierung wird bis 2018 mit fünf neuen Mitarbeitern erfolgen.

Es wird gebaut in Gudensberg

Bebauungspläne wurden verabschiedet für „Hinter den Hahnen“ (Aufstellung und Offenlegung) und „Niedervorschützer Straße“ (Stellungnahmen und Offenlegung). Für die Wohnbebauung erhielt die VR Bank Chattengau den Vorzug vor einem Bauträger aus Fritzlar zusammen mit der Kreissparkasse. Es entstehen in dieser Variante mehr Wohnungen, mehr Wohnfläche, kleinere Einheiten und keine Eigentumswohnungen, dafür aber eine Tiefgarage.

Im Hinblick auf die parlamentarische Einigkeit der Gudensberger in allen relevanten Sachfragen, fragte Schschtyrezs Bürgermeister Oleg Vasylyschyn: „wird hier immer so einstimmig entschieden?“ Da scheint es in der Ukraine oft anders zuzugehen.

Ehrungen für Karl-Heinz Knüppel, Deborah Tal-Rüttger, Dorothea Hamacher, Karl Ostheim (in Vertretung durch seine Gattin), Immo Lembach, Paul Kresin und Erich Samol. Außerdem auf dem Foto Walter Pippert und Frank Börner (von links) ©Foto: Rainer Sander | nh24 Ehrungen

Ehrungen gab es zum Jahresende auch, aber nicht im klassischen Sinn. Börner betonte, man wolle nicht nur die Aktiven in den Vereinen und der Politik ehren, sondern Menschen, die als ganz normale Bürger wahrgenommen werden und besonderes für andere leisten. Vorschläge dafür kamen denn auch aus der Bevölkerung. Anerkennung auf diese Weise haben sich verdient:

  • Erich Samol – Nachbarschaftshilfe und Soziale Engagement
  • Karl-Heinz Knüppel – Naturschutz-, Umwelt- und SoziaIes Engagement
  • Paul Kresin – Neugestaltung Multifunktionsplatz und DGH in Gleichen
  • Immo Lembach – Integration von Flüchtlingen in den Fußballverein
  • Karl Ostheim - Selbsthilfegruppe für Diabetiker seit 18 Jahren
  • Dorothea Hamacher und Deborah Tal-Rüttger – „Arbeitskreis Willkommen“

Das Schlusswort mit Weihnachts- und Neujahrswünschen gebührte dem Stadtverordnetenvorsteher Walter Pippert. Die Stadtverordneten hätten ihm den Dank leichtgemacht, so sein persönliches Jahresresümee zu einer konstruktiven Lokalpolitik. (rs)

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