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Müller und sein liebster Feind Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 23. Mai 2012 um 11:10 Uhr

Klaus-Peter Mueller © Foto: Commerzbank/nhFrankfurt. Als Aufsichtsratschef der Commerzbank leitet Klaus-Peter Müller seit 2008 die jährliche Hauptversammlung Der Aktionäre. Zu seinen Gästen am Mittwoch zählten neben Bankenvertretern, die per Mandat für rund 97 Prozent der Stimmen stehen, auch über 1.000 Kleinaktionäre. Deren Votum bei Anträgen zählt zwar mit, fällt aber kaum ins Gewicht. Doch von eben diesen erbosten Kleinanlegern kommen seit Jahren die Pfiffe und Buh-Rufe, wenn die Manager ihre Reden halten. Denn mit der Commerzbank haben viele von ihnen seit 2008 eine Menge Geld verloren.

Karl-Walter Freitag ist einer von ihnen. Als "Berufsaktionär" tritt der Stammgast von Müller auch am Mittwoch wieder ans Rednerpult und liefert als einer von 40 empörten Kleinanlegern wieder aufsehenerregende Rhetorik ab. Müller und Freitag kennen sich bestens und begegnen sich mit fast zugeneigter Boshaftigkeit. "Schonen Sie Ihre Stimmbänder doch bis nachher, Herr Freitag", sagt der Aufsichtsratschef sanft, als sein Lieblingsgegner bereits bei den Reden anderer Kleinaktionäre mit Zwischenrufen seine Sprachgewalt zu ruinieren droht.

Aktionär kritisiert "dünnpfiffige Stellungnahmen"

Dann klettert Freitag auf die Bühne. "Seit Jahren erklären wir Ihnen, dass Sie als Banker ungeeignet sind", ruft der 57-jährige Kölner der Vorstands- und Aufsichtsratsmannschaft zu. Und was bekomme er stets von den Adressierten zu hören? "Dass Sie fantastische Banker sind!" Was erhalte er als Antwort auf kritische Fragen? "Dünnpfiffige Stellungnahmen!" Dennoch werde die Bank-Führung wieder fast hundertprozentige Zustimmung bei den Anträgen zur Entlastung des Managements bekommen. "Auch heute werden Sie sich wieder eine nordkoreanische Stimmenmehrheit sichern können", sagt Freitag.

"Nun bitte nicht mehr klatschen"

Freitag ist jetzt im Fluss. "Ertragsinkontinenz, Blutbad unter Aktionären, Vervierfachung der Managerbezüge trotz Aktienabsturz" - die Themen und Stichworte rauschen durch die Frankfurter Jahrhunderthalle. Müller wagt einen Einwand, Freitag wehrt ihn vehement ab. "Ich wusste nicht, dass Sie so sensibel sind", sagt der Aufsichtsratschef verständnisvoll. "Ich bin äußerst sensibel", stellt Freitag klar.

Seine Redezeit geht zu Ende, milde mahnt Müller den Schluss an. "Ich bin zu oft durch Beifall unterbrochen worden", hält Freitag dagegen. Freundlich wendet sich Müller ans Publikum. "Ich bitte Sie, nicht mehr zu klatschen", sagt der Moderator.
(Stefan Höhle/dapd)

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