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Kein Pardon für Bürgermeister Paul Drucken E-Mail
Montag, den 12. Februar 2018 um 06:30 Uhr

Interview des Verhafteten für Carsten Gohlke von hr4 ©Foto: Rainer Sander | nh24Lohfeldener Narrengericht verurteilt Verwaltungschef von Nieste
LOHFELDEN.
Jahr für Jahr treibt sich allerlei närrisches Gesinde am Karnevalssonntag zur Mittagszeit um das Lohfeldener Rathaus herum.

Mit Narrhalla-Marsch und Schunkel-Liedern bringen sie sich in aufgeheizte Stimmung, um alsbald und wiederholt Hausfriedensbruch zu begehen.

„Rathaus-Erstürmung“ nennen die lustig aussehenden Weiber und Kerle ihr Treiben, bei dem sie mit Konfetti aus geladenen Spielzeugwaffen auf die wehrlosen Beamten und Angestellten der Gemeindeverwaltung schießen. Deren einzige Verteidigung: eine Menschenkette.

In diesem Jahr waren die mit prunkvollen Mützen und mittelalterlichen Soldatengewändern verkleideten Herumtreiber besonders hinterhältig. Eine halbe Stunde früher als in den vergangenen Jahren versammelten sie sich vor dem Bürgerhaus. Unter dem Kommando von Prinzessin Sabine I. (Sabine Blaschek) und der Kinder-Prinzessin Lyanne I. gelang es ihnen, den Bürgermeister frühzeitig zu überrumpeln. Die jecken Adeligen waren in altertümlichen Hoheitsgewändern erschienen und hatten auch einen Karnevalspräsidenten mitgebracht. Dieser Frank Altrogge erklärte über moderne Geräuschverstärker das Anliegen der durchgeknallten Bande:

Kaffee und Muffins im Rathaus

Die Narren haben das Rathaus übernommen ©Foto: Rainer Sander | nh24Die Macht und die Gemeindekasse übernehmen. Das dauerte diesmal etwas länger: die ganze Rathaus-Sippschaft habe in ihrem alten Trott gar nicht gearbeitet, sondern Kaffee getrunken und Muffins gegessen. Klar, dass die Narren solches Treiben unterbinden mussten. Lange regieren wollen sie allerdings auch nicht! Schon drei Tage müssen reichen! Bereits am Aschermittwoch werden sie das Verwaltungsgebäude wieder verlassen, damit der sicher schwer traumatisierte Bürgermeister die Scherben des karnevalistischen Treibens aufkehren kann. Der Vollständigkeit halber ist festzustellen, dass die Muffins auch den Garden wohl gemundet haben…

Zwischen Aktenordnern und Amtsschimmel entdeckten Narren auch den Bürgermeister der Nachbargemeinde Nieste. Edgar Paul verdächtigen sie schon länger schwerwiegender Straftaten zum Nachteil der Gemeinde Lohfelden und so brachten sie ihn in Ketten vor das haushohe Narrengericht. Staatsanwalt Scharfmacher (Peter Hartz) verlas die kurze aber eindeutige Anklageschrift: Der Bürgermeister der Gemeinde Nieste, Edgar Paul, wurde des fortgesetzten und besonders hartnäckigen Wanderschulschwänzens und des hinterlistigen und heimtückischen Umsturzversuches bezichtigt. Neben Dauerkaffeetrinken im Rathaus plane er, die Berg- und Talrepublik Nieste in eine Monarchie zu verwandeln und eine Ruhesitz in der Königsalm.

Beweisfoto bringt Klarheit – Urteil: Würstchengrillen

Richter Willkür (Gerhard Hasenkamp) mit dem Beweisfoto: Es ist der richtige Angeklagte! ©Foto: Rainer Sander | nh24Schwere Vorwürfe. Ein ganzes Jahr hatte es gedauert, bis die Narren den Delinquenten vor Gericht stellen konnten. In der vergangenen Kampagne wurde dem Narrengericht ein Fremder vorgeführt, der sich mit Taschen voller Bestechungsgeld als Bürgermeister Paul vorgestellt hatte. Richter Willkür (Gerhard Hasenkamp) versicherte sich anhand eines Fotos, aufgenommen beim Amtsantritt kurz nach dem Krieg, dass diesmal der Richtige zur Verurteilung gekommen war. Der versuchte mit einer Runde Schnaps einer Verurteilung zu entgehen. Sein Verteidiger, Advokat Winkel (Dieter Schelkmann), versuchte es mit Beweisen. Seit neun Jahren bereits habe der Angeklagte das Wanderschulabitur und statt einer Erbmonarchie wolle er eine Glücksmonarchie, wie der Angeklagte selbst erläutern konnte.

Advokat Winkel versucht den Mandanten vergebens zu retten ©Foto: Rainer Sander | nh24Alles zwecklos, denn einen Freispruch hat es beim Lohfeldener Narrengericht noch nie gegeben. Das spricht entweder für die Schwere der Schuld aller Täter oder den Humor der Karnevalisten - oder beides! Das einzige war zu erreichen war: mildernde Umschläge! Das Urteil: Würstchenbraten für die darbende Bevölkerung – auf eigene Kosten – bei einem der Jubelfeste in Nieste noch in diesem Jahr. Weder Staatsanwalt noch Verteidiger legten Berufung ein, das Urteil ist rechtskräftig und wird sicher bis zum Narrengericht 2019 vollstreckt! Am heutigen Montag sind die Lohfeldener Narren beim Umzug in Edermünde-Holzhausen und abends wir im Bürgerhaus noch einmal gefeiert. (rs)

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