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2017 rockig verabschiedet Drucken E-Mail
Sonntag, den 31. Dezember 2017 um 07:15 Uhr

800 begeisterte Fans in Fritzlar ©Foto: Rainer Sander | nh24Kultfestival „Best Of…“ in der Stadthalle Fritzlar
FRITZLAR
. Vielleicht sollten Walter Mayer und Kalle Paltinat, die Organisatoren der „Jahresend-Rock-Fete“ in der nh24 FotostreckeStadthalle von Fritzlar, Lifetime-Abos verkaufen. Zum 13. Mal veranstalteten die beiden „Alten Helden“ ihr „Best of 70th und 80th“ Rockfestival.

Zum 13. Mal war es ausverkauft und irgendwie sieht man (fast) immer die gleichen Gesichter im Publikum. Kult ist nicht nur das „perfekte Denglisch“ im Veranstaltungstitel, auch ein paar Rituale gehören zum Programm: Es sind immer fünf Bands (nur dieses Jahr nicht), zum Schluss spielt immer die Steven Stealer Band und die Zugabe spielen und singen immer alle Musiker gemeinsam. Sie besteht außerdem immer aus den gleichen beiden Liedern: „Sweet Home Alabama“ und „Knocking On Heaven’s Door“. Und immer haben Mayer & Paltinat Angst, es könnten zu wenig Gäste kommen, aber jedes Jahr ist das Event zwischen den Jahren bereits deutlich vor Weihnachten ausverkauft.

Die Band Ohrfutter aus der Schwalm um Sören Flimm musste nicht ihr erstes Konzert wegen Krankheit absagen. Schade, weil viele Fans aus Schwalmstadt angereist waren. Die wirkten allerdings – wie alle anderen Besucher – alles andere als enttäuscht, denn alle anderen Bands spielten dafür etwas länger.

Das Beste nach dem Feste

Kim Herrmann (Flash Bat In The Roof) ©Foto: Rainer Sander | nh24800 Gäste waren auch dieses Jahr in die „schlechteste Konzerthalle“ im Schwalm-Eder-Kreis gekommen. Aber wo sollte man sich diese Veranstaltung anders vorstellen, als in der schlichten und nüchternen Fritzlarer Arena? 1.200 Karten hätte man locker verkaufen können, vielleicht sogar mehr. Und das ohne nationalen oder internationalen Headliner. Der Vollblutmusiker Kalle Paltinat (einst Airway und Chip’n’Steel) und der vielleicht dienstälteste aktive DJ Nordhessens Walter Mayer sorgen jedes Jahr dafür, dass die besten Musiker aus Nordhessen in Fritzlar auf der Bühne stehen. So war es auch in diesem Jahr am 29. Dezember.

Zum Auftakt spielten „Flash Bat in The Roof“ mit den Paltinat-Brüdern Tim und Roman und vor allem Frontfrau Kim Herrmann. Immer wenn sie singt, sind Flash Bat eine Ausnahme-Band. Leider tut sie‘s nicht mehr allein und wenn dieses Mal ein paar Töne überlebt haben, dann weil Gitarrist Tilo Körber sie als Sänger nicht alle getroffen hat. Von Joan Jett (I Love Rock’n’Roll) über Guns n’Roses (Sweet Child Of Mine) bis Rammstein (Ohne Dich) breitet die Band ihren Sound über vier Jahrzehnte Rockmusik aus. Ein schöner, lockerer und nicht so tierisch ernster Auftakt für das Festival.

Stolle: Blues made in Nordhessen

Stolle: Ben Smith und Thomas Stolkmann ©Foto: Rainer Sander | nh24Wie gut Rockmusik sein kann, wenn man sie so ernst nimmt und lebt wie Thomas Stolkmann, erlebten die Festivalbesucher bei der zweiten Band. Als „Stolle“ ist er einer der bekanntesten Musiker Nordhessens, weit über die Region hinaus. Hinter der der Bühne wirkt er fast schüchtern, umso mehr überraschen seine schwarze Bluesstimme und seine präsente und dominierende Sologitarre. Mit Größen wie Jimmy Dillon (Bruce Springsteen), Kevin Hayes (John Lee Hooker, B.B. King) oder Gary Brown (Steve Winwood) hat er schon zusammengespielt. Die aktuelle Band muss sich dahinter allerdings nicht verstecken. Der US-Amerikaner Ben Smith (Bass Gitarre & Vocals) spielt seit 29 Jahren mit Stolle zusammen, Roland Oumard ist einer der profiliertesten Keyboarder Nordhessens. Michael Reffke trommelt mehr als zuverlässig. Werner Kiefer steht mit seinem Selmer „Vintage-Saxofon“ ebenfalls in der ersten Reihe nordhessischer Musiker.

Wild Night in Aktion: Mario Erdmann und Jens Walkenhorst ©Foto: Rainer Sander | nh24Mit eigenen Titeln wie I’m A Man oder How I Miss Your Love glänzen Stolle & Band genauso wie mit „stollish“ neu arrangierten Titeln, zum Beispiel „All Along The Watchtower (Jimi Hendrix) oder „Gonna Have A Funky Good Time“ (James Brown). Zwei der schönsten Cover-Versionen des ganzen Abends gab es mit „Ain’t no Sunshine“ und „Papa Was A Rolling Stone“. Zur Soul-Ballade von Bill Withers gab es eine Gitarre a la David Gilmour und einen Groove, bei dem der Komponist neidisch geworden wäre. 800 sangen mit: „I know, I know…“ Stolles „Papa was a Rolling Stone“-Version spielte irgendwo zwischen Temptations und George Michael in einer ganz eigenen Liga…

Wilde Nächte und Steven Stealer - Bonus

Wild Night sind die Party Band schlechthin. Jens Walkenhorsts Mimik und Mario Erdmanns Mütze sind nicht die einzigen Markenzeichen der Gruppe, die sonst als Wild Frontier mit Eigenkompositionen die ganze Republik beglückt. Das Quartett mit Thomas Ellenberger an den Keyboards und Sascha Fahrenbach an den Drums wagt dabei den größten musikalischen Spagat. Aber ob „Gimme Gimme“ (ABBA) oder Hush (Deep Purple), ob „I Want It all“ (Queen) oder „Ballroom Blitz“ (Sweet), alles klingt nach Wild Night und alles reißt mit. Und Billy Jean (Michael Jackson) mit Whiskey In The Jar (Thin Lizzy/Trad.) in einem Medley zu spielen, muss man sich auch erst mal trauen…

Steven Stealer Frontmann Michael Wiebusch ©Foto: Rainer Sander | nh24Steven Stealer sind an sich schon Kult. Sie glänzen dank Paul Kersten und Jürgen Stieler gleich mit zwei Sologitarren, haben mit Martin Ottemeier den Jon Lord Nordhessens in ihren Reihen und mit Andreas Gutheil nicht nur den schönsten geknoteten Bart in der Band, sondern auch einen der besten Bassisten der Region. Zuverlässig trommelt der Wassermann (Jürgen Heinmöller) und seit drei Jahren singt Michael Wiebusch. Die Band ist – wie gesagt – gesetzt und begann in diesem Jahr eigentlich wie immer. Sanftes Intro mit Hotel California (Eagles) und starke Steigerung mit Highway Star (Deep Purple). Dann kamen neue Sachen: Eine School-Version (Supertramp) mit „Wumms“ und filigraner Gitarre, tatsächlich spannungsreicher als das Original. Und fast neuzeitlich: „Over The Hills and Far Away“ (Gary Moore) in der Nightwish-Version. Whole Lotta Love / Katmandu sowie Child im Time gab’s als Bonus.

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert…

Auch 2018 werden die Alten Helden wieder rocken. Und natürlich tun sie das wieder am 29. Dezember zu Best of 70th and 80th Vol XIV. (rs)

Und in eigener Sache: Am 23. September 2018 stellt nh24-Redakteur Rainer Sander im Rahmen des Baunataler Herbstpalastes mit Nordhessischen Musikern sein Buch über 50 Jahre Rockmusik aus Nordhessen – Von den Petards bis Milky Chance – in der Stadthalle Baunatal vor.

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