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Bewegender Moment der Erinnerung Drucken E-Mail
Sonntag, den 12. November 2017 um 07:34 Uhr

Eine Zeitungsanzeige vom Schuhgeschäft Elias in Gudensberg Stadt Gudensberg und Schüler der GAZ gedenken Pogromnacht 1938
GUDENSBERG.
Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a und 10b haben mit ihrer gemeinsamen Geschichtslehrerin Martina nh24 FotostreckeBrunkow die Zeit der NS-Herrschaft aufgearbeitet. Im Unterricht haben sie sich mit der Ideologie und den Verbrechen des Nationalsozialismus beschäftigt.

Sie sind sogar nach Amsterdam gefahren und dort im Anne-Frank-Haus gewesen. In der Enge des Gebäudes, in dem sich die Familie Frank über Jahre versteckt hielt, ist ihnen bewusst geworden, was Menschen in dieser Zeit Menschen angetan haben. Für jeden namentlich bekannten aus Gudensberg vertriebenen oder ermordeten Juden haben sie in der alten Synagoge eine Kerze angezündet, so dass am Ende 70 Kerzen brannten, eine davon für diejenigen 59 Juden, über deren Schicksal nichts bekannt ist.

Schüler und Geschichtsverein haben Schicksale recherchiert

128 Mitglieder hatte die aktive jüdische Gemeinde vor 1933 und danach haben Ausgrenzung, Enteignung und Vertreibung der jüdischen Mitbewohner begonnen. Fliehen konnten sie nicht, auswandern nach Amerika nur, wenn sie dort Verwandte hatten. Was mit den übrigen passiert ist, haben die Gudensberger Heimatfreunde, die Stadt und die Schüler der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule über Jahre recherchiert.

Auf den Spuren der Familien Elias und Naschelsky

D©Foto: Rainer Sander | nh24iesmal haben sie die Spuren der Familien Elias und Naschelsky nachgezeichnet. Beides angesehene und in das Gudensberger Vereinsleben integrierte Familien. Naschelskys hatten einen Fahrradladen, Julius Naschelsky war unter anderem im Roten Kreuz aktiv. 1933 wurde er verhaftet und kam in den Karlshof, später gelangten Naschelskys in die USA. Familie Elias betrieb ein Schuhgeschäft, das in den 30er Jahren Mitarbeiter übernahmen. Die Familie wurde von Gudensberger Mitbürgern angegriffen und zog nach Hamburg um. Die Spuren verlieren sich im Konzentrationslager Theresienstadt und nur wenige haben es nach Amerika geschafft.

Wer waren die, die Gewalt gegen Mitbürger richteten

©Foto: Rainer Sander | nh24Wer waren diejenigen, die plötzlich ihre Mitbürger bedroht haben, fragen die Schüler Maresa Althof, Veronika Ockert, Tom Sohl, Paula Ebner, Silia Stieler. Nachbarn? Schützenbrüder? Vereinskameraden? Schon 1937 wurde die Synagoge geschlossen und bereits im Mai 1938 konnten die Stadt und ihre besonders starke NSDAP-Gruppe als eine der ersten in Deutschland melden: „Gudensberg ist judenfrei!“ Es hätte keiner „Kristallnacht“ oder besser Reichspogromnacht mehr am 9. November 1938 in der Chattengau-Stadt bedurft.

Nach einem Jahr Pause fand die alljährliche Gedenkfeier zu den Progromen wieder im Kulturhaus Synagoge statt. Der 1. Stadtrat Walter Berle vertrat Bürgermeister Frank Börner und lenkte nach einem Rückblick auf die düstere Zeit des Dritten Reiches mit einem Zitat von Christian Wulff den Blick auch auf die Gegenwart: „Wer in der Demokratie einschläft, wacht in der Diktatur auf.“ Etwa 100 Fremde sind jüngst nach Gudensberg gekommen und werden von den Gudensbergern integriert.

Musikalisch begleitet wurde die bewegende Veranstaltung von Günther Hehenkamp mit populärer Musik aus den 30er Jahren. Fank Skischus wies auf die Aktion Stolpersteine hin und Schulleiter Peter Häßel erläuterte das Schüler-Projekt an der GAZ. (rs)

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