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Glaube Liebe Hoffmann Drucken E-Mail
Mittwoch, den 04. Oktober 2017 um 17:45 Uhr

Klaus Hoffmann – Blick nach vorn! ©Foto: Rainer Sander | nh24Klaus Hoffmann beim Herbstpalast in Baunatal
BAUNATAL
. Er kommt aus einer Zeit, in die Mauer noch nicht stand und er hat in einem Film gedreht, als eine Mauer uns getrennt hat. Er war der Edgar Wibeau in „Ossi“ Plenzdorfs „Die Neuen Leiden des Jungen W.“

Klaus Hoffmann mochten immer meine Freundinnen. Brigitte, Petra und Bettina. Und heute gefällt er mir ausgesprochen gut – in Baunatal, in der Zeit, in der keine Mauer mehr trennt oder doch?

So betritt er die Bühne am Montagabend. Er habe sich schon seit Jahren auf Baunatal gefreut und überhaupt fällt ihm der Spielort immer wieder für seine Zwischenmoderationen ein. Er erinnert sich gerne daran, wie die Zeiten waren, aller er jung gewesen ist und zu singen anfing. Fünf Mark gab’s für einen Auftritt. Oder noch davor, an die Hände seiner Mutter, wenn sie ihn in einer Zinkwanne gebadet hat: „Sie lebt schon lange nicht mehr, aber sie schreibt mir immer noch…”

Es ging später vor allem um Mädchen und später hat man entweder von Mädchen oder von Goa geträumt: „Wir haben unseren Namen getanzt, aber wie tanzt man Klaus Dieter?“ Klaus Hoffmann gehört nicht zu denen, die wehmütig an gute alte Zeiten zurückdenken und sich wünschen, die Zukunft würde sie ab jetzt verschonen. Er macht nicht den Eindruck, als wäre er nicht neugierig auf das, was jetzt kommt. Nur die Zeit vergeht immer schneller und die Gegenwart ist ja das Produkt der Vergangenheit.

Dunkel war‘s

Ein Poet wie eh und je… Klaus Hoffmann ©Foto: Rainer Sander | nh24Klaus Hoffmann spricht vor: „Dunkel war’s der Mond schien helle…“ und die Stadthalle in Baunatal spricht weiter: „… schneebedeckt die grüne Flur, als ein Wagen blitzeschnelle, langsam um die Ecke fuhr…“ Bis zum totgeschossenen Hasen funktioniert das tadellos. Das wird in jeder Stadt klappen, aber Hoffmann gibt den Baunatalern das Gefühl, dass es noch nie so war, wie hier.

Der Traum, dass alle Menschen für immer zusammenbleiben, treibt uns als Kinder an, es gehört zum Erwachsensein, zu erkennen, dass Beziehungen sich verändern. Und die Erkenntnis, dass man zu lieben beginnt, was nicht so ist, wie alles andere. „Weil Du nicht bist wie alle anderen…“ kommt sehr früh – mit dem schönen Resümee: „… liebe ich Dich so sehr!“

Blinde Katharina

Am Klavier Havo Bleich ©Foto: Rainer Sander | nh24Es schneit in seinen Gedanken, wer will mit ihm über Wiesen gehen und wer küsst die Braut? Irgendwann kommst Du ganz groß raus…, hat er sich irgendwann gesagt. Kam er! Mit „Blinde Katharina“! „… führe mich, Du kannst im Dunkeln seh‘n - nur weil ich vermute, dass ich sehend bin, muss ich doch nichts erkennen!“ Sein vermutlich größter Erfolg.

„Ich war damals schon sehr genial, man sah es mir aber nicht an, erfährt das Baunataler Publikum.“ Und „ich mochte mich damals nicht.“ Es war die Zeit, als man den Schlüssel in der Hand hielt, nur die Tür noch nicht gefunden hatte. Es folgt noch ein großer Erfolg: „Amsterdam“.

„Mit 19 waren sie Frauen hinter uns her“, erinnert er sich. Eigentlich fand er das gut… Die hörten damals Charles Aznavour. „Bei dem roch der ganze Saal nach Tosca.“

Bin ein Fremder

Wieder aktuell ist ein ganz altes Lied: „Bin ein Fremder“: „Bin der Somalier, Vater stammt vom Golgatha, Mutter aus Malaysia, sie kamen über Afrika. Bin der Andalusier, bin der Armenier, bin ein Fremder, ich bin der, den du vermeidest, ich bin der, den du verschweigst, bin der Hass in deinem Herzen, bin das Misstrauen, dass du zeigst…“ Nicht fehlen darf seine Erinnerung an Afghanistan, wo er war mit dem alten Käfer. „Das müssen Sie hier doch kennen”, schmunzelt er und ist wieder in Baunatal.

In 40 Jahren

Und Klaus Hoffmann bleibt bei seinem Blick nach vorn: „Kommen Sie einfach in 40 Jahren noch mal vorbei, merken sie sich ihren Platz…“ Machen wir! Und bis dahin folgen wir vielleicht seinem Rat: „Die Komfortzone mal aufgeben, fahren Sie mit dem Moped durch Baunatal…” Aber nur vielleicht…! Glaube Liebe Hoffmann heißt sein neues Album und das erscheint am 13. Oktober. Der Titel past vielleicht für die nächsten 40 Jahre. (rs)

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