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Kreis rettet 95 Igel aus katastrophaler Haltung Drucken E-Mail
Mittwoch, den 04. Oktober 2017 um 17:05 Uhr

©Foto: Landkreis | nhZIERENBERG. Der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel hat 95 Igel aus einer Haltung in Zierenberg in Obhut genommen.

„Wir haben katastrophale Zustände in einer seit Jahren illegal betriebenen und seit 2016 verbotenen „Igel-Auffangstation“ vorgefunden“, informiert die Leiterin des Fachbereichs Veterinärwesen und Verbraucherschutz, Dr. Sabine Kneißl.

Bereits im Juni 2016 hatte der Landkreis dem Betreiber der „Auffangstation“ aufgrund zahlreicher Verstöße untersagt, Igel zu halten und zu betreuen. Nach Hinweisen, dass sich der Besitzer nicht an die Auflagen hält, hatten Amtstierärzte und Mitarbeiter des Fachbereichs die ehemalige Igel-Arche in Zierenberg unangemeldet aufgesucht. Dr. Kneißl: „Was meine Mitarbeiter dort feststellen mussten, war eine einzige Katastrophe“.

©Foto: Landkreis | nhZahlreiche Igel befanden sich in viel zu kleinen Plastikwannen übereinander gestapelt. Ein Teil der Tiere lief auf dem über und über mit Igelkot bedecktem Fußboden in der Wohnung frei herum - die hygienischen Zustände waren unerträglich. „Das zur Verfügung gestellte Futter war zum Teil mit Schimmel überzogen, einige Tiere befanden sich in Agonie und wir haben massenhaft tote Tiere vorgefunden“, berichtet Dr. Kneißl. Die Veterinäramtsmitarbeiter fanden Tiere in Holzhäuschen, die das Häuschen nicht verlassen konnten; auf dem Dach der Häuschen waren mehrere Paletten Dosenfutter gestapelt. Dr. Kneißl: „Der Grad der Verschmutzung lässt nur den Schluss zu, dass hier über längere Zeit keine Versorgung stattgefunden hat“.

©Foto: Landkreis | nhDer Igelhalter ließ weder kranke Tiere tierärztlich behandeln, noch wilderte er gesunde Igel wieder aus. Im Gegenteil dazu produzierte er durch die „Gruppenhaltung“ Igelnachwuchs, von dem er sich noch schlechter trennen konnte. 95 lebende Igel wurden in Obhut genommen und tierärztlich versorgt. Die Tiere seien entweder in dafür geeigneten Stellen untergebracht oder sofern dies möglich war inzwischen wieder ausgewildert worden, informiert Dr. Kneißl abschließend. (pm)

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