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Der September: Kühl, oft regnerisch, wenig Sonne Drucken E-Mail
Freitag, den 29. September 2017 um 16:10 Uhr

Septembertag ©Foto: Rüdiger Manig / DWD / nhOFFENBACH. Während der September 2016 noch mit großer Hitze aufgetrumpft hatte, präsentierte sich der September 2017 richtig herbstlich: Tiefdruckgebiete und ihre von Westen übergreifenden Ausläufer bestimmten mit meist kühler Luft das Wetter in den ersten beiden Monatsdekaden.

Sie ließen Zwischenhochs nur wenig Zeit für Wärme und Sonnenschein. Im letzten Drittel nahm der Hochdruckeinfluss zwar zu, doch der Altweibersommer blieb aus. Stattdessen sorgte ein sog. Höhentief für meist starke Bewölkung, vereinzelte Schauer und Gewitter. Insgesamt verlief der September 2017 daher eher kühl, bei leicht überdurchschnittlichem Niederschlag und deutlich zu wenig Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Erheblich kühler als im Vorjahr
Im Vorjahr hatte Deutschland mit 16,9 Grad Celsius im Mittel (°C) und bis zu 8 Tagen über 30 Grad einen der wärmsten September seit Beginn der Messungen erlebt. Ein völlig anderes Bild zeigte der September des Jahres 2017: Mit 12,7 °C lag er um 0,6 Grad unter dem Soll der int. Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung -0,8 Grad. Lediglich am 5. kletterten die Tageshöchsttemperaturen im Südwesten, Westen und vereinzelt auch in Sachsen-Anhalt über 25 °C. Örtlich traten die ersten Frostnächte auf: Deutschneudorf-Brüderwiese meldete am 19. mit -1,5 °C das bundesweite Minimum. Doch gehört dieser Monat damit keineswegs zu den kältesten September-Monaten: Im Jahre 1912 stieg das Quecksilber in Frankfurt am Main im ganzen Monat nicht höher als 19 °C. Den höchsten Einzelwert meldete diesmal Müllheim, nahe Freiburg, am 5. mit 27,1 °C.

Niederschlag leicht über dem Durchschnitt – erster Herbststurm der Saison
Der September erreichte mit rund 70 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 113 Prozent seines Solls (61 l/m²). Die zahlreichen meist von Westen heranziehenden Tiefdruckgebiete brachten ebenso wie ein nur in höheren Luftschichten ausgeprägtes Tief im letzten Drittel zwar häufige Niederschläge, aber meist keine großen Mengen. Dagegen sorgten die Tiefs „Otfried“ am 2. in Südbayern und „Sebastian“ am 13. im Südwesten für ergiebige Regenfälle: Flintsbach-Asten, südlich von Rosenheim, meldete am 2. eine Tagessumme von 80,5 l/m². Unter „Sebastian“ tobte auch bereits der erste Herbststurm - vor allem im Norden Deutschlands. Dort führte er zu großen Schäden und forderte sogar Menschenleben. Der insgesamt meiste Niederschlag fiel am unmittelbaren Alpenrand, mit bis zu 250 l/m², der wenigste im östlichen Thüringen mit etwa 15 l/m².

Sonnenscheinarmer September
Mit etwa 120 Sonnenstunden fehlten dem September 19 Prozent seines Solls von 149 Stunden. Begünstigt waren Mecklenburg und der Berliner Raum, mit bis zu 160 Stunden. Das Sauerland erhielt dagegen örtlich nur rund 75 Sonnenstunden. In den Gebieten mit großem Sonnenscheinmangel setzte die Blattfärbung der Laubbäume ein.

Das Wetter in Hessen im September 2017
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Hessen verbuchte 12,6 °C (13,2 °C) und mehr als 65 l/m² (57 l/m²). Mit knapp 110 Stunden (142 Stunden) war es das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Grasellenbach-Hammelbach im Odenwald meldete am 13. eine Tagesmenge von 60,3 l/m². (pm)

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