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Stabsrahmenübung im Landratsamt Drucken E-Mail
Freitag, den 19. Mai 2017 um 12:55 Uhr

©Foto: Landkreis | nhVerseuchtes Wasser ruft Katastrophenschützer auf den Plan
BAD HERSFELD. Großalarm im Landkreis Hersfeld-Rotenburg: Bei einem Unfall eines Lasters aus Osteuropa ist das giftige Holzschutzmittel Lindan ausgelaufen, ins Erdreich gesickert und in die Geis geflossen. Das Gesundheitsamt des Landkreises schlug daraufhin Alarm: Gift im Trinkwasser!

Zum Glück nur eine Übung, die mehr als 60 Mitglieder des Katastrophenschutzstabs des Landkreises einen Tag lang in Atem hielt. Denn das gedachte Szenario war eindeutig zu viel für die Gemeinde Neuenstein, in der der Unfall passiert sein soll. Das Trinkwasser in der Kreisstadt Bad Hersfeld war in Gefahr. Letztlich rief Landrat Dr. Michael Koch den Katastrophenfall aus, wie es im Ernstfall seine Aufgabe wäre. Die Koordinierung aller Einsätze geht dann automatisch von den Städten und Gemeinden auf den Landkreis über.

©Foto: Landkreis | nh„Es ist gut und wichtig, Katastrophen und Unglücke zu üben, um für den Fall der Fälle bestmöglich aufgestellt und vorbereitet zu sein – auch wenn der Ernstfall hoffentlich nicht eintritt“, erklärte Landrat Dr. Michael Koch. Das Unfallszenario war vom Fachdienst Katastrophenschutz unter der Regie von Jörg Göbel minutiös geplant. Das Sagen hatte der stv. Brandinspektor des Kreises Martin Orf. Das Expertenwissen und Übungsdetails kam mit Dr. Michael Saehrendt und Björn Spangenberg aus dem Gesundheitsamt des Kreises. Im Stab selbst hatte jeder seine klar definierte Aufgabe.

©Foto: Landkreis | nh

„In dem angenommenen Szenario war sofortiges Handeln erforderlich, um eine Gefährdung der Bevölkerung zu vermeiden", erklärt Jörg Göbel, Sachbearbeiter des Katastrophenschutzes: „Ziel war es, alle Kräfte zu koordinieren, gezielt und vorausschauend einzusetzen, alle Begleiterscheinungen zu bedenken und einzuplanen, wie etwa die Versorgung mit ausreichend Trinkwasser, Abtransport von Senioren und Kranken, Sicherstellung der Versorgung des Viehs und der landwirtschaftlichen Anlagen und Vieles mehr. Wir mussten uns darauf einstellen, Teile des Kreises zehn Tage mit Wasser zu versorgen, die Bevölkerung zu informieren und die Hilfseinsätze zu koordinieren.“

©Foto: Landkreis | nhAm Tag der Übung wurden im Planspiel alle Schwimmbäder und die Trinkhalle des Kurparks geschlossen, die Vorbereitung zur Filterung von rund 60.000 Litern Wasser pro Stunde und der Transport von Trinkwasser in Molkerei-Lastern und Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehren aus dem Landkreis organisiert und 420 Helfer vor Ort eingesetzt. Beachtenswert ist auch im Stab der Einsatz aller Übungsbeteiligten. Die reine Zahl von mehr als 60 Personen in der Stabsübung, darunter Landrat, die Fachdienstleiter bis hin zur Sachgebietsebene, externe Mitglieder und Berater stellen nur die Spitze dar. Unterstützung gab's zusätzlich von Fachberatern von Polizei, Stadtwerken und von der Bundeswehr, vom Roten Kreuz (DRK) und dem Technischen Hilfswerk (THW).

Die Auswertung der Übung und die Umsetzung der Erkenntnisse haben bereits begonnen. Für das nächste Jahr ist bereits eine weitere geplant. (pm)

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