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Kabarett: Finanzmärkte einfach erklärt Drucken E-Mail
Freitag, den 17. Februar 2017 um 08:42 Uhr

Claus von Wagner bei der Arbeit in Gudensberg ©Foto: Rainer Sander | nh24 Claus von Wagner – aus der Anstalt nach Gudensberg
GUDENSBERG.
Offensichtlich kennt man Claus von Wagner im Chattengau. Etwa 400 Besucher waren gestern Abend ins Bürgerhaus nach Gudensberg gekommen, um den aus der Anstalt - oder früher schon vom Scheibenwischer, außerdem aus der heute-Show oder dem Satire-Gipfel - bekannten Kabarettisten live zu sehen. Mehr passen in den Saal nicht hinein.

Was passiert, wenn man einen „Bundesliga-Kabarettisten“ mit Dokumenten über die Finanzmärkte in einen kleinen Raum einschließt? Es entsteht eine einfache Erklärung über die Mechanismen der Finanzindustrie. Ein Einblick in den Handel mit Papieren, die es eigentlich nicht gibt, von Menschen, die davon keine Ahnung haben und für Kunden, die ihrer Bank trotzdem vertrauen. Einfach zum Lachen!

Mitten im Publikum

Mitten aus dem Publikum ©Foto: Rainer Sander | nh24Der Auftritt beginnt quasi mitten im Publikum, bevor es in den Tresor einer Bank geht, in den der Stiftungs-Manager einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft versehentlich eingeschlossen wird. Dort gibt es neben Whisky (des Wertes wegen) und Wasser (für Veganer gekennzeichnet, damit die nicht verdursten!) jede Menge Dokumente über Vaters dunkle Geheimnisse aus der Finanzkrise. Die Vorbereitung auf eine Laudatio über den verstorbenen alten Herrn gerät zu einem Polit-Satire-Krimi mit feinsinnig, treffsicherem Humor.

Auch die Gegenwart spielt eine Rolle. Trump ist ideal für Kabarettisten und sein Kabinett ist die Pointe: „Die haben zusammen mehr Vermögen als 43 Millionen der ärmsten Amerikaner…“ Die Flüchtlingskrise darf nicht fehlen, sie geschieht mit bayrischer Sicht (von Wagner wohnt in München) auf alles Fremde: „Überall in Deutschland heißt es Gästezimmer, in Bayern Fremdenzimmer.“ Fremde trifft man aber auf Charity-Events, wenn Lachsröllchen auf Parfüm treffen.

Wetterprognosen waren einst verboten

Die Rede über den Vater wird mit dem Publikum quasi gemeinsam geschrieben. Im Wege steht zunächst die Sprache der Finanzmärkte. „Es ist besser wenn diejenigen, die unterdrückt werden, nicht verstehen warum etwas passiert.“ Am Anfang steht eine entscheidende Frage: „Kann man auch Wirtschaftsethik studieren? Nein, man muss sich schon entscheiden…“ Auch Wirtschaftswissenschaftler können nicht in die Zukunft schauen und es ist demütigend, dass die Zukunft so offen ist.

Prognosen über Wirtschaftswachstum? Schon Bismarck hat die Wetterprognosen verboten, weil es nicht gut ist, wenn sich eine Reichsbehörde ständig irrt. Die heutigen Regierungen veröffentlichen ständig Wirtschaftsprognosen.

Lebenshilfe aus den Finanzmärkten

400 Gäste im ausverkauften »Fremdenzimmer« ©Foto: Rainer Sander | nh24„Vertrauen ist der Anfang von Allem!“ „Wissen Sie, von wem das ist?“ fragt von Wagner. Die Antwort: „Das hatte die Deutsche Bank mal als Slogan - heute nicht mehr…“ Aber es gibt auch echte Lebenshilfe vom Kabarettisten: „Man kommt auch durchs Leben, wenn man nicht weiß, was Derivate sind!“ Die sind übrigens leicht zu erklären: „Derivate sind, als würde die Deutsche Bank ein Auto ohne Bremsen verkaufen und dann auf Tod des Fahrers wetten…“

In seiner Rolle hat er übrigens gerade 9.000 Euro in einem geschlossenen Immobilienfonds verloren. „Dazu hätte ich keine Bank gebraucht.“ Aber bis zum Verlust geht es den Menschen gut, wie den Gänsen, die von ihren Menschen gefüttert werden: „Die Gänse sind einen Tag vor Weihnachten am Glücklichsten…“

Plankton im Meer der Finanzhaie

Claus von Wagner: Die Finanzmärkte einfach erklärt ©Foto: Rainer Sander | nh24Die Rolle der Nicht-Finanzfachleute und Kunden von Finanzprodukten ist klar: „Wir sind das Plankton im Meer der Finanzhaie.“ Und wenn’s schiefgeht? „Dann verklag ich die Bank!“ Das ist so, als sagt der Plankton zum Hai: Dich mach ich fertig! Die Auflösung ist verblüffend: Haie fressen gar kein Plankton. Oder doch?

Bevor Claus von Wagner fertig ist, erklärt er noch, „Ich wollte eigentlich Journalist werden, aber ich habe den Kaffee nicht vertragen.“ Nun, so groß ist der Unterschied nicht, lieber Fast-Kollege, auch wir freuen uns über Trump und blicken allzu gerne in die Glaskugel, um die Zukunft zu erklären, ohne zu wissen, was kommt. Mal mit schwarzen, mal mit rosa Wölkchen… (rs)

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