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Wow, Wah und Hello - das Jahr rockt zu Ende… Drucken E-Mail
Sonntag, den 01. Januar 2017 um 01:41 Uhr

Hat vielen das Gitarrespielen beigebracht und kann es selbst wie kaum ein anderer: Paul Kersten (SSB) ©Foto: Rainer Sander | nh24Musikalische Rauhnacht: Best of 70th and 80th
FRITZLAR.
Es gab tatsächlich eine Zeit, in der nh24 FotostreckeKeyboarder noch Organisten hießen und eine monströse Hammond-Orgel mit sich rumschleppen mussten.

Daneben stand ein rotierender Hochtöner. Das nannte man Leslie. Damit klang die Orgel im wahrsten Sinne des Wortes „rund“. In der gleichen Zeit standen alle Effektgeräte noch als Pedale vor den Gitarristen aufgereiht, die alle den Wah-Wah quasi mit den Füßen traten. Von wegen elektronisch! Saiteninstrumente mussten noch ohne Hilfe nach dem Piano gestimmt werden und wer ein Revox Tonband mit 16 Spuren hatte, konnte auch damals seine Musik tatsächlich schon selbst aufnehmen…

Das war übrigens die gleiche Zeit, als wir uns noch gegenseitig besucht haben ohne vorher anzurufen und wenn wir ein Ortsgespräch führen wollten, am Telefon noch an der Wählscheibe drehen mussten. Abends sind wir in die Diskothek getrampt und spätestens um halb zwei wieder zu Hause gewesen, weil um 1 Uhr Sperrstunde war. Um genau die Musik, die wir damals vom Kofferradio auf den Kassettenrecorder überspielt haben (und wehe der Werner Reinke hat reingeplappert), geht es beim „Best of 70th and 80th“ alljährlich zwischen den Jahren in der Fritzlarer Stadthalle.

Für 800 Menschen gehört dieseSpannende Duette zum Finale: Michael Wiebusch (SSB) und Kim Herrmann (Flashbat) ©Foto: Rainer Sander | nh24 Veranstaltung genauso zum Jahresende wie Weihnachten und Silvester. Die musikalische Rauhnacht quasi. Eigentlich für viel mehr Freaks, denn jedes Jahr ist das Event ausverkauft und wer zu spät kommt, der macht ein langes Gesicht. Laut den Veranstaltern Kalle Paltinat (u.a. Ex Airway, ex Chip‘n’Steel, ex Kreisverwaltung) und Walter Mayer (DER Ex-DJ aus dem Club in Fritzlar und dem Las Wegas), hätten wiederum 300 Karten mehr verkauft werden können. Aber so viele dürfen in die Halle nicht rein und für ein Zelt ist es im Winter selbst im Schwalm-Eder-Kreis definitiv zu kalt…

Auch „modernes“ und poppiges

Gelegentlich gehört auch alles, was in der Rockmusik in den 90ern, 2000ern und 10ern neu auf den Markt gekommen ist, dazu. Und zum ersten Mal haben die beiden „Macher“ des Events auch Lionel Richie und Sister Sledge zugelassen. We Are Family ist nicht soooo rockig, aber wenn Buzzy Bee das spielen, klingts einfach geil. Mit Carolin März, Carsten Sieberg, André Wollner, Frank Dittrich, Matthias Gohlke, Adam Wuttkowski und Thorsten Gaidzig steht ein Septett auf der Bühne, dem die Musik sichtlich Spaß macht. Kein Wunder, schließlich sind ein paar von ihnen „Erben“ von alten „Rockern“. Vom Speakeasy (Zappo) bis zu den Petards reichen die Wurzeln. Da gab’s doch auch einen Dummer „Dittrich“… Harte Schnitte von Soul zu Urgent (Foreigner) gab’s, aber auch die waren gut.

„Wow-Effekte“ mit Saddle Up

Apropos Petards. Bei denen gehörte seit 2002 auch Martin Großkurth zum Ensemble, als man sich entschied, mit Orgel – pardon: Keyboard – zu spielen. Der stand als „Alterspräsident“, wie er selbst im internen „Mailverkehr“ sinnierte, mit Saddle Up aus Kassel auf der Bühne und rockte dort zusammen mit dem selbsterklärten „Tasten-Hasser“ Fichte (ja, der von Rockmachine) auf der Bühne. Der Martin spielte schon bei Mayers erster Veranstaltung in der Stadthalle (seeeehr lange ist’s her) mit Mertens Manufaktur als Vorgruppe der Scorpions auf derselben Bühne. Damals kamen übrigens nur 300 Besucher zur Veranstaltung des Club Maribel…

Und Fichte zum Trotz hauen Saddle Up ein paar Keyboard-Klassiker mit Wow-Effekt raus: Start mit Blinded By The Light (Manfred Mann) und weiter mit July Morning (Uriah Heep). Monday I Had Friday On My Mind tönt es weiter und am schönsten klang irgendwie Jackson Browne: Running On Empty. Der Süden (der USA) grüßt: Von Jacksonville nach Fritzlar mit Gimme Some Lovin. Anschließend musste Davy wieder auf die Straße…

Familienbetrieb Paltinat mit Flashbat In The Roof

Danach durfte Kalle Paltinat für ein Stück als Keyboarder auf die Bühne. Zusammen mit Flashbat In The Roof, Kim Herrmann und seinen beiden Söhnen Roman und Timmy. Spielen durfte er „Hello“, aber diesmal nicht von Adele (wie im letzten Jahr), sondern das „alte“ Hello von Lionel. Mit neuem Co-Sänger ging’s ungewohnt weiter bei Flashbat: Whiskey in The Jar, Black Night, Turn The Page…

Wild Night – überzeugend rockig ©Foto: Rainer Sander | nh24I Love Rock’n’Roll

Apropos Night: Wild Night überzeugten ein zweites Mal in Fritzlar mit Smalltown Boy, Queen, Rocking All Over The World von Status Quo oder TNT. Und I want it all and I want it now oder I love Rock’n’Roll scheinen zugleich das „Lebensmotto“ der Band aus Wabern zu sein. Zum Programm der Band um Sänger und Gitarrist Jens Walkenhorst gehört auch „Ballroom Blitz“. Das hätten wir DJs aus den 70ern und 80ern bei Rockabenden allerdings nicht auflegen dürfen…

Das Beste zum Schluss

Als einzige Band 12 Mal dabei und immer zum Schluss: die Steven Stealer Band. Diesmal ging’s bei den echten alten Helden wieder von Anfang an hardrockig zur Sache. Perfect Stranger, Love Is Like Oxygene ( Schon wieder Sweet ;-)), aber dann auch Bostons More Than A Feeling. Wann könnten Jürgen Stieler und Paul Kersten (der vielen anderen Gitarristen des Abends die Gitarre beigebracht hat), einfühlsamer und einprägsamer zeigen, was sie beide können, als bei einem Titel DER Gitarrenband schlechthin, Wishbone Ash: The King will Come mit dem Solo für zwei Leadgitarren im Mittelteil. Aber es wäre nichts ohne eine sanfte, klare und einfühlsame Stimme. Und die hat Michael Wiebusch.

Locomotive Breath, Carry On Wayward Son (Kansas), Jump und Hold The Line (Toto) fegen über die Bühne und als bei tiefen Keyboard-Tönen die Hosenbeine im Publikum auch ohne „Leslie“ zu Flattern beginnen, kündigt sich Gefühlvolles an: „In The Air Tonight“.

Erinnerungen ans Speakeasy

Da lag in der Tat vieles in der Luft an diesem Abend in Fritzlar. Die „Setlists“ aller Bands zusammen haben stark an einen beliebigen Abend im alten Speakeasy, der Schwalm-Eder-Rock-Kult-Disse aus dieser Zeit, erinnert. Auch die alljährliche gemeinsame Zugabe aller auftretenden Bands mit Sweet Home Alabama (Nein, nicht von Sweet und auch nicht von Kid-Rock, sondern denen mit den vielen „Y“ im Namen) und Knocking On Heavens Door.

Aber wenn ich mir als alter „Easy-DJ“ für nächstes Jahr am 29.12.2017 – da steht die Ausgabe 13 bereits fest (nein, Karten gibt es „noch“ nicht) – was wünschen dürfte, dann Golden Country von REO Speedwaggon aus der “Pre-Urgent-Ära“. Das habe ich dort jeden Abend aufgelegt. Da gibt‘s auch so ein schönes Hammond-Intro und eine geile WahWah-Gitarre. Lieber Jürgen Stieler, vielleicht lässt sich das machen…? (Rainer “Patti“ Sander)

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Kommentare   

 
0 # michael dressler 2017-01-03 18:58
War wieder eine Top-Veranstaltu ng.
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