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Herbst 1976: Der Neubau der BTHS zeigt sein Gesicht Drucken E-Mail
Dienstag, den 27. Dezember 2016 um 00:18 Uhr

9. April 1976: Vom Westflügel bzw. vom Wirtschaftsflügel blieben beim Abriss am 9. April 1976 nur Staubwolken ©Foto: privat | nhHOMBERG/EFZE. In den 1970er Jahren wurde ein Problem immer dringlicher an der Bundespräsident Theodor Heuss Schule in Homberg/Efze (BTHS), welches bereits seit 1960 immer wieder angemahnt wurde: Die akute Raumnot. Das alte Gebäude konnte den ständig steigenden Schülerzahlen nicht Folge leisten.

Am 8. April 1976, also vor 40 Jahren, war es dann soweit. Der Hausmeisterflügel bzw. der Westflügel, der zum Schulhof hinein ragte, wurde während der Osterferien abgerissen. Große Staubwolken zeugten von der baugeschichtlichen Schandtat. Doch die mächtigen Ziegelsteinmauern leisteten den Abrissarbeiten erheblichen Widerstand. Das veranlasste die Hessische Allgemeine am 10. April dazu, zu berichten, dass die Abrissfirma einen Tag später gut mit ihren Arbeiten vorangekommen sei. Ende der Sommerferien war dann der Rohbau des Neubaus zur Hälfte fertig, so dass am 15. September 1976 Richtfest gefeiert werden konnte.

10. April In den Osterferien 1976 wurde der Westflügel bzw. Wirtschaftsflügel der BTHS abgerissen. Welch eine Bausünde! ©Foto: privat | nhDer abgerissene Teil des Altbaus machte Platz für einen zweistöckigen Neubau, der in Zukunft die naturwissenschaftlichen Fachräume, die sanitären Anlagen und die Verwaltung der Schule beinhalten sollte. Insgesamt 4 Millionen DM waren für den Neubau veranschlagt, zumal auch fünf Fachräume im Altbau ausgebaut werden sollten. Daraus wurden letztendlich 5,2 Millionen DM. Eine unheimliche Summe für Bausünden, die heute zum Glück niemand mehr begehen darf. Die fast einhundert Jahre alte bewusste Struktur des Schulkomplexes wurde zerstört. Unglaublich, aber nur aus dem Zeitgeist heraus nachvollziehbar, zumal der Landeskonservator wohl beide Augen dabei zugedrückt hat.

Während der Bauphase wurden vier siebte Klassen ausgelagert, drei davon nach Verna, eine Klasse gastierte im evangelischen Gemeindehaus im Homberger Bindeweg. Für die restlichen 20 Mittelstufenklassen blieben so noch 15 Fachräume. Mitte 1977 wurde dann der Neubau seiner Bestimmung übergeben. Die Nutzfläche des Gebäudes betrug rund 1.500 Quadratmeter, der umbaute Raum betrug 10.220 Kubikmeter.

Das „ar9. August Der ursprünglich im Sommer 1977 fertiggestellte zweigeschossige Neubau mit den naturwissenschaftlichen Fachräumen. ©Foto: privat | nhchitektonische Verbrechen“ sah aus zeitgenössischer Sicht aber anders aus. Zum ein-jährigen Bestehen des Neubaus im Juli 1978 sprach Schulleiter Georg-Friedrich Reim von einem Akt, der als „Wiedergeburt nach schwerer Krankheit“ gewertet werden kann. In ihm sah Reim eine „Bestandsgarantie für das Gymnasium“, da seit Jahren Gesamtschulen die bildungspolitische Diskussion in Hessen bestimmten.

Der Neubau, der in Skelettbauweise errichtet wurde, sollte aber auch in Zukunft seine Tücken erweisen. Zuerst wurde er im Oktober 1997 aufgestockt (seitdem ist er dreistöckig), später machten Baumaterialien, die nicht zeit- und vor allem nicht gesundheitsgemäß waren, eine grundlegende Sanierung notwendig. Die dritte „Einweihung“ des Neubaus fand dann im Sommer 2011 statt. (Thomas Schattner)

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Kommentare   

 
0 # VS 2016-12-27 16:04
Ja, "gesundheitsgem äß". Ca. 1990 / 1991 tauchte in der Pausenhalle ein Trupp Handwerker auf, der mit Gewebeband die Fugen der Plastikwandverk leidung zuklebte. Damals machte "ausgasende PCB" die Runde. 1997 klebte das Gewebeband (an den meisten Stellen...) noch immer dort.
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+5 # Bürger 2016-12-28 09:38
Nicht vergessen Herr Schatten:
Die Räume im Anbau waren für Chemie und Physik vorgesehen und dafür fehlet angeblich das Geld.
Erst als unter dem damaligen Militärpfarrer Wachter ganz massiv auch mit einem Protestmarsch auf diese Misere aufmerksam gemacht wurde, war plötzlich Geld da.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass Pfarrer achter seitens des Militärbischofs in Mainz die Teilnahme an solchen Aktionen untersagt wurde. Er sich aber nicht an dies verbothilet.
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