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Murat K. stach wegen Beleidigung des Islams zu Drucken E-Mail
Mittwoch, den 10. Oktober 2012 um 12:05 Uhr

Der wegen gefaehrlicher Koerperverletzung, Landfriedensbruch und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte angeklagte deutsch-tuerkische Salafist Murat K. aus Sontra sitzt am Mittwoch (10.10.12) im Landgericht in Bonn. © Foto: Hermann J. Knippertz/dapdBonn/Sontra. Fünf Monate nach dem Messerangriff auf Polizisten in Bonn hat der angeklagte Salafist die Gewalttaten mit der Lehre des Islam gerechtfertigt. "Gelehrte sagen, wer den Propheten Mohammed beleidige, verdiene den Tod", sagte der 26-jährige Deutsch-Türke aus Hessen am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Bonner Landgericht.

Der deutsche Staat habe es der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW erlaubt, bei der Kundgebung im Mai Mohammed-Karikaturen zu zeigen. Die Polizisten hätten diese Aktion geschützt. "Sie haben sich in die Sache verwickelt", argumentierte der Angeklagte.

Murat K. ist der erste Salafist der sich nach den Ausschreitungen im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf vor Gericht verantworten muss. Er soll bei der Gegendemonstration gegen eine Pro NRW-Wahlkampfveranstaltung mit einem 22 Zentimeter langen Messer auf einen Polizisten und eine Polizistin eingestochen und diese schwer verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Muslim gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch im besonders schweren Fall und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im besonders schweren Fall vor.

Hass auf den Westen

Die Polizisten hätten die Möglichkeit gehabt, den Dienst zu verweigern, sagte der Angeklagte aus Eschwege, der sich nach einem Hauptschulabschluss mit Gelegenheitsjobs durchschlug und seit einem Jahr arbeitslos ist. "Das Problem ist, dass der Westen den Islam nicht toleriert." Seiner Ansicht nach ist es legitim, Gewalt anzuwenden, wenn jemand gegen islamische Vorschriften verstößt. Die Tat sei eine Einzelentscheidung gewesen. Reue zeigt er nicht: "Ich fürchte mich nicht vor einer Strafe, einer Abschiebung." Bei der Verhandlung trug er einen langen Bart, weite Hosen und ein schwarzes Kopftuch.

Polizeivideos zeigten, wie der Angeklagte mit einem Messer zwischen den Polizisten hin und her läuft, abtaucht und die Klinge in die Oberschenkel der Einsatzkräfte rammt. Im Hintergrund war Geschrei zu hören. Dutzende Salafisten hatten sich vor der saudi-arabischen König-Fahd-Akademie mit den Polizisten eine Straßenschlacht geliefert. Sie warfen mit Steinen, Flaschen, Blumenkübeln und Gullideckeln. Mehr als 100 Personen wurden festgenommen. 29 Polizisten erlitten Verletzungen.

Polizist traumatisiert

"Ich dachte, hier geht es vielleicht um Leben und Tod", sagte die schwer verletzte Polizistin vor Gericht. Die Demonstranten seien offenbar bereit gewesen, bis zum Tod zu gehen. Deren Formation habe eine militärische Art gehabt. Der verletzte Polizist berichtete von einem Steinhagel, der mit einem Vogelschwarm zu vergleichen sei. "Man hat Angst", sagte er. Während die Polizistin wieder voll im Einsatz ist, hat ihr Kollege weiter mit einem Trauma zu kämpfen. Er wird nur allmählich wieder in den Dienst eingeführt.

Neben Murat K. sind weitere 22 Salafisten vor dem Amtsgericht in Bonn angeklagt. Auch die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hat 90 Ermittlungsverfahren vorliegen, denn nur wenige Tage vor der Eskalation in Bonn war die Lage bereits in Solingen außer Kontrolle geraten. Bei einer dritten Veranstaltung in Köln war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz und verhinderte Auseinandersetzungen.

dapd - Stichwort: Salafismus

In Deutschland wird der Salafismus als die am schnellsten wachsende und wegen ihrer Radikalität besonders gefährliche Strömung des Islam eingestuft. Sicherheitsbehörden schätzen die Zahl der Salafisten auf etwa 4.000. Das Ideal ist für sie ein Gottesstaat, in dem es keine "vom Menschen erfundenen" Gesetze gibt, sondern in dem das islamische Rechtssystem, die Scharia, gilt.

Salafismus steht für eine wortwörtliche Interpretation des Korans. Anhänger anderer Religionen, Atheisten oder Muslime, die den Koran und den Islam anders interpretieren, landen der salafistischen Ideologie zufolge für alle Zeiten in der Hölle. Die westliche Lebensweise wird abgelehnt, eine strikte Geschlechtertrennung propagiert und Homosexualität als schwere Sünde betrachtet.

Die Bewegung der Salafiyya (arabisch für: Orientierung an den Altvorderen) galt Anfang des 20. Jahrhunderts als islamische Reformbewegung. Ihre Anhänger orientierten sich an der Zeit des Propheten Mohammed und lehnten spätere Auslegungen der muslimischen Religionsgeschichte ab.
(dapd-hes)

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 10. Oktober 2012 um 13:56 Uhr
 

Kommentare

 
+9 # Bree 2012-10-10 15:48
Ich frage mich, was diese Gruppierung mit solch einer Abneigung in einem westlichen Staat zu suchen hat? Wenn mir jemand mit Null Toleranz entgegentritt, muss er damit auch meinerseits rechnen. Niemand hält ihn in diesem Land.
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+3 # uli 2012-10-10 16:07
Hier gibt es doch nur eins: Kurzer Prozeß, raus aus Deutschland.
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+3 # Demokrat 2012-10-10 16:17
Abschieben! Wer hier auf unsere Kosten lebt und uns dann auch noch mit solchen Mitteln bekämpft, der gehört sofort abgeschoben. Und zwar in die Antarktis!
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