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DRK-Ausbilder aus ganz Hessen in Fritzlar Drucken E-Mail
Dienstag, den 22. Mai 2012 um 15:31 Uhr

Die DRK-Betreuungsdienstausbilder beim Aufbau eines Pavillons © Foto: privat/nhFritzlar. Einmal Ausbilder - immer Ausbilder, diese Zeiten sind beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) lange vorbei. Wer heute beim Roten Kreuz Ausbilder ist, muss sich regelmäßig fortbilden. So kamen vom 18. bis 20. Mai 17 Ausbilder des Betreuungsdienstes aus ganz Hessen zur Landesverstärkung Hessen (LVH-F) des DRK nach Fritzlar um sich in Sachen Betreuungsdienstausbildung auf den neuesten Stand zu bringen.

Betreuung ist eine anspruchsvolle Aufgabe

Die Betreuungszüge sind neben den Sanitätszügen das zweite Standbein des medizinischen Katastrophenschutzes in Hessen (siehe Hintergrund). Lange Zeit wurde der Betreuungsdienst auch innerhalb des DRK eher stiefmütterlich behandelt, so frei nach dem Motto: "Betreuen kann jeder, der nichts anderes gelernt hat." Als Ergebnis der Erfahrungen in Großeinsätze bei Katastrophen, wie zum Beispiel beim Elbehochwasser 2002 oder nach dem Hurrikan Katrina im Superdome von New Orleans, hat sich diese Einstellung zum Betreuungsdienst nicht nur innerhalb des DRK deutlich verändert. Bei Einsätzen dieser Größenordung immer hat sich immer wieder gezeigt, dass die Anzahl der unverletzten Betroffen die der Verletzten weit übersteigt. Gerade bei großflächigen und länger andauernden Evakuierungen sowie den damit verbundenen Gemeinschaftsunterkünften steigen im Laufe der Zeit die sozialen Spannungen, nicht zuletzt auch unter den einzelnen ethnischen und religiösen Gruppen, sprunghaft an. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bedürfnisse aller Altersgruppen, also vom Säugling bis hin zum pflegebedürftigen Senior, samt ihrer Haustiere befriedigt werden müssen. Das fängt bei der Verpflegung an, geht über das Unterhaltungsprogramm und endet noch lange nicht bei den Entsorgungsproblemen der menschlichen Notdurft. Schon wenn man sich die vielschichtigen Probleme der Gemeinschaftsverpflegung einer wild zusammen
gewürfelten Menschenmenge vor Augen führt, wird schnell klar, dass auch vegetarische oder sogar vegane Lebensmittel, Sonderkostformen, Diäten sowie schweine- und rinderfleischfreie Mahlzeiten angeboten werden müssen.

Jutta Hoffmann im theoretischem Unterricht © Foto: privat/nhDie designierte stellvertretende Landesbereitschaftsleiterin Jutta Hoffmann brachte es auf den Punkt: "Auch wenn der Betreuungsdienst nicht in vorderster Front der "Blaulicht-Action" steht und nur selten ausrückt, um akut Menschenleben zu retten, handelt es sich doch um eine sehr vielfältige und anspruchsvolle Aufgabe, der nur gut ausgebildete und erfahrene Einsatzkräfte gewachsen sind."

Dementsprechend breit gefächert waren auch die Inhalte der Ausbilderfortbildung. Unter der Leitung von John-Robert Butschkowski (DRK-Kreisverband Bad Wildungen), unterstützt durch Fee Lüsse (ebenfalls Bad Wildungen) und Matthias Lucht vom Landesverband, erfuhren die Teilnehmer unter dem Motto "Neue Wege in der Ausbildung" die neuesten Erkenntnisse aus den Bereichen Rhetorik, Methodik  und Didaktik. Ein weiteres Thema war die "Psychosoziale Notfallversorgung" (PSNV), also die sofortige Intervention bei belastenden Situationen für die Betroffenen durch Betreuungskräfte des Roten Kreuzes. Über die Bedeutung und die allerwichtigsten Grundlagen der Pressearbeit gab Michael Lammers, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim DRK in Hofgeismar, in einem Vortrag einen kurzen Überblick.

Nach der Praxisausbildung muss auch wieder aufgeräumt werden © Foto: privat/nhMit Hilfe von theoretischen und praktischen Lehrproben hatten mehrere Ausbilder die Chance, ihre Ausbildungsinhalte und -methoden durch die anderen Fortbildungsteilnehmer auf Augenhöhe analysieren zu lassen, um so ihrer Unterrichtsgestaltung den letzten Feinschliff zu geben. In den theoretischen Lehrproben wurden unter anderem die Themen "Hygieneunterweisung" und "Führungsstile" behandelt. In der Praxis stand der Aufbau eines herkömmliche Zeltes und eines modernen und sehr schnell aufzubauenden Pavillons im Mittelpunkt.
In der sich an die Lehrproben anschließende Nachbesprechung einigten sich die beteiligten DRK-Ausbilder auf landesweit einheitlichen Lehraussagen.
Auch lange nach der offiziellen Fortbildung wurden bei Gegrilltem (natürlich nach der eingehenden und dokumentierten Wareneingangskontrolle des frischen Grillgutes) die Inhalte der Fortbildung durch die Teilnehmer reflektiert.

Wechsel des Landesfachdienstbeauftragten Soziale Betreuung & Unterkunft

Nachdem der langjährige und um den Betreuungsdienst mehr als verdiente Landesfachberater für Ausbildung Soziale Betreuung & Unterkunft, Dieter Jung
(DRK-Kreisverband Friedberg), schon vor einiger Zeit mitgeteilt hatte, dass
er zukünftig für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung stehen wird, dankte
ihm die stellvertretenden Landesbereitschaftsleiterin Christa Hemgesber für seine überdurchschnittlichen und kontinuierlichen Einsatz im DRK Hessen.
Anschließend überreichte sie John-Robert Butschkowski die Ernennungsurkunde
zum Landesfachdienstbeauftragten Soziale Betreuung & Unterkunft.
Auch der neue Landesfachdienstbeauftragte Butschkowski bedankte sich bei Jung für die geleistete Arbeit mit einer Schreibmappe und einem Bild der hessischen Betreuungsdienstausbilder als Abschiedsgeschenk und stellte fest, "dass ich in große Fußstapfen treten darf".

Hintergrund Betreuungsdienst

Im Wesentlichen gibt es im aktuellen medizinischen Katastrophenschutzkonzept des Landes Hessen zwei Standbeine: Den Sanitätsdienst und den Betreuungsdienst.

Der Betreuungszug Hessen. Grafik:nhInsgesamt gibt es in Hessen 52 Betreuungszüge (zwei je Landkreis und kreisfreier Stadt) mit jeweils 25 Helfern inklusive den Führungskräften zur Betreuung von je rund 500 leicht- oder unverletzten Betroffenen. Zusätzlich gibt es landesweit 26 ortsfeste Betreuungsstellen, die spontan jeweils bis zu 25 Betroffene aufnehmen können.
Der Betreuungszug übernimmt die Hilfeleistung für Betroffene durch soziale Betreuung, Verpflegung, Versorgung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs sowie vorübergehende Unterbringung.
Er wirkt bei Evakuierungen mit.
Er unterstützt im Bedarfsfall die Sanitätseinheiten.

Die Aufgaben des Betreuungsdienstes in Hessen im Einzelnen:
Der Betreuungszug

  • leistet Erste Hilfe und Soziale Betreuung bei Verletzten, Kranken und Betroffenen,
  • registriert Betroffene und unterstützt das Kreisauskunftsbüro,
  • richtet Betreuungsstellen ein und betreibt diese,
  • richtet behelfsmäßige Unterkünfte ein,
  • betreut Verletzte, Kranke und Betroffene,
  • wirkt mit bei der psychosozialen Notfallversorgung und Panikbekämpfung,
  • hilft bei Räumung und Evakuierung,
  • beschafft Gegenstände des dringenden persönlichen Bedarfs,
  • verwaltet diese und gibt sie an Betroffene und Kranke aus,
  • beschafft Lebensmittel und Getränke,
  • überwacht bei bevorrateten Lebensmitteln die Verfalldaten,
  • sorgt für rechtzeitige Verwendung und Umwälzung,
  • bereitet Kalt- und Warmverpflegung sowie Getränke zu, transportiert sie und gibt sie aus,
  • stellt Zelte für Betreuungs- und Sanitätseinsätze zur Verfügung,
  • errichtet und betreibt mobile Beleuchtungsanlagen,
  • wirkt bei der Trinkwasserausgabe mit,
  • unterstützt Betreuungs- und Sanitätseinheiten bei der Entsorgung,
  • beschafft Ersatzteile,
  • wirkt mit beim Errichten und Betreiben von Notfallstationen,
  • leistet Amtshilfe für Behörden und Dienststellen (z.B. Gesundheitsämter, Rettungsdienst) und
  • führt sonstige humanitäre Aufträge im Auftrag des KatS-Stabes durch.

DRK-Landesverstärkung Hessen

Die Landesverstärkung Hessen in Fritzlar (LVH-F) des DRK ist eine Großeinheit, die der DRK-Landesverband zusätzlich zu den Katastrophenschutzeinheiten des Landes aufgestellt hat. Die LVH-F ist modular aufgebaut und umfasst alle Fachdienste des DRK. Bei Bedarf stehen insgesamt rund 330 Einsatzkräfte zur Verfügung. Zentraler Standort für Material und Fahrzeuge ist Fritzlar, die Einsatzkräfte kommen aus den hessischen Kreisverbänden. Die LVH-F ist aus der ehemaligen DRK-Hilfszugabteilung V nach deren Auflösung durch den DRK-Bundesverband hervorgegangen. (pm)

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