Kolumne
DIE KOLUMNE: Gute Vorsätze Drucken E-Mail
Freitag, den 06. Januar 2012 um 08:25 Uhr
Rainer SanderSchwalmstadt. Die letzten Tage des alten Jahres im Büro. Schnell noch alles erledigt, Schreibtisch aufgeräumt, Ablage sortiert, Anrufe getätigt, unerledigtes bearbeitet. Die sogenannte Ruhe zwischen den Jahren. Zu Hause ein ähnliches Bild. Aufräumen, sauber machen, Einkaufen, Silvesterfeier vorbereiten. Zwischen Schneebergen, auf verstopften Straßen und Parkplätzen umherirren ist 2011 entspannter Weise ausgefallen, inmitten des Gedränges im Supermarkt den Sekt und Lebensmittel für den Jahreswechsel besorgen war hingegen wie immer. Als hätte es ein Vierteljahr nichts zu kaufen gegeben. Nicht unbedingt ein Vergnügen, aber irgendwie wie jedes Jahr.

Jedes Jahr auch dieselben „Guten Vorsätze“. Alles früher erledigen, Dinge gleich tun, den Ablageberg nicht anwachsen lassen, die Steuerklärung pünktlich abgeben, weniger Kaffee, dafür aber ausreichend anderes trinken, regelmäßiger essen, aber nicht so viel Süßes, dafür mehr Gemüse, das Rauchen sein lassen und mehr Sport treiben, weniger fernsehen, viel Zeit für die Kinder haben, den Alkoholkonsum reduzieren, nicht mehr so mürrisch sein, früher losfahren, dafür langsamer, der Strafzettel wegen, die Schuhe nicht mehr im Wohnzimmer, sondern im Flur auszuziehen, und und und...

Jeder Vorsatz ist der Versuch, aus erkannten Fehlern zu lernen. Das setzt voraus, diese auch zu erkennen. Viele werden sich deshalb gar nicht bemühen, etwas zu ändern. Ich hätte trotzdem ein paar Vorschläge für gute Vorsätze: Politiker sagen ab sofort immer die reine Wahrheit und alle Wähler schummeln nie wieder in ihren Steuererklärungen!

Aber auch nicht alles, was schlecht ankommt, muß objektiv ein Fehler ein. Trotzdem kann’s Sinn machen, auch dann das Verhalten zu revidieren. Bundespräsident Wulff nimmt sich sicher vor, nur noch Bankenkredite zu marktüblichen Konditionen und keine Privatkredite mehr aufzunehmen. Philipp Rösler wird zukünftig die Bestellung von Generalsekretären an deren Äußerungen messen. Thorsten Schäfer-Gümbel könnte ein neues Imagekonzept in Angriff nehmen, um als Ministerpräsidentenkandidat in Hessen endlich bekannter zu werden als Tarek Al-Wazir.

Ich wünsche Ihnen ein glückliches neues Jahr und viel Erfolg bei der persönlichen Fehleranalyse, damit aus „Schlechten Angewohnheiten“ auch zukünftig „Gute Vorsätze“ werden können. Auch wenn die ersten für dieses junge Jahr nach einer Woche schon revidiert wurden. Nur der Geist ist oft willig…

Ihr

Rainer Sander

 
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