Kolumne
DIE KOLUMNE: Sonne und mehr Drucken E-Mail
Freitag, den 09. März 2012 um 14:51 Uhr
DIE KOLUMNE: Sonne und mehr  - von Rainer SanderSchwalmstadt. Die Nordhessen sind wütend. Zumindest diejenigen, die im Laufe des Jahres eine Photovoltaikanlage auf irgendein Dach schrauben wollten und all diejenigen, die in der Solarindustrie oder installierenden Handwerksunternehmen arbeiten: die Bundesregierung kürzt die Solar-Förderung drastisch. Die Boom-Region Nordhessen zählt aber zu den Solar-Regionen Deutschlands. Überall in der Republik gibt es für jede eingespeiste oder selbstgenutzte Kilowattstunde Solarstrom kurzerhand etwas weniger.

War da nicht etwas mit Energiewende? Ist die Solarenergie nicht Schwerpunkt bei der Umstellung auf regenerative Energieträger? Genau das ist der Punkt. In der DDR bekamen Kleinbauern für Hühnereier ein ordentliches Entgelt. Weil aber Eier ein günstiges Grundnahrungsmittel waren, wurden sie in den Konsum-oder HO-Läden sogar billiger verkauft. Die Bauern konnten also ihre eigenen Eier - quasi mit Gewinn - zurückkaufen. Genauso funktioniert die Solarförderung. Wer einspeist bekommt mehr raus, als er selbst für den Rückkauf des eigenen Stromes bezahlt. So rechnet sich die Installation – selbst wenn sie zu 100 Prozent über Darlehen finanziert wird – vom ersten Tag an. Eine Lizenz zum Geld drucken also?

Es ist in der Tat so, dass alle neuen Energien bei ihrer jeweiligen Einführung finanziell unterstützt wurden. Aber beispielsweise bei der Atomenergie wurden vornehmlich Forschung und Entwicklung sowie die Errichtung der Kraftwerke mitfinanziert. Und zwar aus Steuergeldern.

Bei Solarstrom bekommen Kleinunternehmer ihren Verkaufspreis subventioniert, allerdings nicht aus Steuergeldern, sondern die Energieversorger müssen den Preis bezahlen. Klar ist, dass diese Kosten an die Endverbraucher weitergegeben werden. Damit zahlen seit vielen Jahren auch Hartz IV-Empfänger für die risikolosen Investitionen – einschließlich der Zinsen an die Banken – von Eigenheimbesitzern und öffentlichen Haushalten, denn auch Kommunen sind Solar-Unternehmer. Damit wird der Solar-Pfennig glatt zu einer indirekten Kommunalsteuer.

Ab einer bestimmten Quote wird all das schwierig. Auch wenn Energiekonzerne über Jahre gute Gewinne hatten, es funktioniert nicht, dass auf Dauer teurer eingekauft als verkauft wird. Allerdings hat der subventionierte Preis auch den Konzernen von SMA aus Kassel bis ins tiefste China ordentliche Gewinne beschert. Der Preis wurde nicht durch Angebot und Nachfrage geregelt sondern richtete sich danach, ob der Hauseigentümer (Investor) sofort zumindest einen bescheidenen Gewinn zu spüren bekam.

Auch wenn es aus Sicht der „Investoren“ und Hersteller ärgerlich ist, aber die Senkung der Förderung setzt die Gesetze des Marktes, also von Angebot und Nachfrage wieder in Gang. Ganz sicher werden auf wundersame Weise die Preise nach unten gehen und die Solar Firmen dennoch überleben. So haben alle Entscheidungen zumindest zwei Seiten. Und mit Windkraft oder Wasserkraft haben die regenerativen Energieträger noch mehr spannende und interessante Seiten…

Ihr

Rainer Sander

 
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