Kolumne
DIE KOLUMNE: Weltmeister Drucken E-Mail
Donnerstag, den 17. Juli 2014 um 11:15 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Streng genommen reichen im Sport zwei Titel für die „Weltherrschaft“ aus: „Formel 1“ und „Fußball-Weltmeister“. Beides gleichzeitig ist der Olymp und signalisiert die Unschlagbarkeit einer Nation. Natürlich gibt es dabei noch ein paar Feinheiten.

Bei den Boliden entscheidet neben der Nationalität des Fahrers auch noch die der Automarke beziehungsweise des Motorenherstellers. So brauchte Italien nie gute Fahrer, dafür hat man schließlich Ferrari. Mit Sebastian Vettel haben wir schon drei Jahre lang ganz gut vorgelegt. Aber erst jetzt - mit den Fußballern - sind wir quasi unverwundbar.

Den „Schönheitsfleck“ mit den Renault-Motoren und der österreichischen Staatsangehörigkeit von „Red Bull“ versuchen Nico Rosberg und Mercedes gerade auszubügeln. Mehr geht dann aber wirklich nicht! Handball, Biathlon, Schwimmen oder Leichtathletik sind jetzt völlig egal. Und wer schaut schon Eishockey? Die Sportförderung in all diesen Bereichen können wir eigentlich einstellen und das Geld sinnvoller anlegen. Götze, Neuer und Rosberg müssen uns eigentlich nur versprechen, die nächsten Jahre dran zu bleiben…

Mit Senna und Brasilien, Alonso und Spanien, Renault und Frankreich hat es solche Kombinationen schon mehrfach gegeben. Und die Gleichzeitigkeit ist der schönste Glücksfall. Franzosen und Engländer haben immerhin noch Rugby als Ausweichsportart, die hierzulande allerdings quasi nicht stattfindet. Nach Fußball ist es aber die weltweit zweitwichtigste Mannschafts-Sportart. Noch glücklicher sind allerdings die USA. Sie haben American-Football und die IndyCar-Serie. Und weil dabei sonst keine anderen Nationen mitspielen, sind sie – wie phantastisch - immer Weltmeister, gefühlt unschlagbar und als Nation völlig unverwundbar! Amerika ist stets Weltmeister, frei von Fußball und Formel 1!

Ein wenig ist es also auch eine Frage des Standortes und der Einstellung. Wir könnten die Skat-Weltmeisterschaft schließlich ähnlich enthusiastisch feiern - oder? Apropos Feiern: das fällt uns in Deutschland doch gehörig zur Last. So ausgelassen mal einen rauszuhauen und einfach entspannt glücklich zu sein, ist hierzulande extrem schwer. Die Gaucho-Nummer von sechs Nationalspielern in Berlin zeigt zumindest, dass wir noch am guten Benimm arbeiten können. Auch das zeichnet weltmeisterliche Nationen aus.

Die älteren von uns haben von Mutti und Papi doch gelernt, dass man weder als schlechter Verlierer, noch als überheblicher Gewinner Sympathien ernten kann. Aber eine gute Kinderstube ist heute Glückssache, wenn im Fernsehen oder bei Facebook dazu nichts kommt…?

Ihr
Rainer Sander

 
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