Kolumne
DIE KOLUMNE: Sichere Rente Drucken E-Mail
Mittwoch, den 13. April 2016 um 17:12 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Die Rente ist sicher, so lautete der Standardsatz von Norbert Blüm während seiner Amtszeit als Bundesarbeitsminister. Irgendwie hatte er mit diesem gebetsmühlenartigen Vortrag recht, denn sicher wird die Rente definitiv immer sein. Die Frage ist lediglich, ob sie auch reicht und ob sie angenehm reicht und Spaß macht! Für 2,5 Prozent der Rentenempfänger liegt sie bereits jetzt unter dem Hartz IV-Satz, sie bekommen zusätzlich Grundsicherung. Nach den Prognosen der Rentenexperten, wird dies aber auf die Hälfte aller Rentner zu treffen, die bereits ab 2030 ihren Ruhestand antreten. Schöne Aussichten!

Werden wir das Land der armen Rentner? Das könnte sein, wenn wir nicht grundsätzlich umdenken. Wir werden allerdings ganz sicher in guter Gesellschaft sein, denn andere Länder haben das gleiche Problem. Und das kennen wir seit über 25 Jahren: es gibt immer weniger Beitragszahler, weil die Geburten zurückgehen, aber es gibt gleichzeitig immer mehr Rentner, weil sich die einst geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsleben verabschieden und die werden zu allem Überfluss auch noch jedes Jahr älter. Bereits jetzt fließen aus dem Bundeshaushalt 88 Milliarde Euro in die Rentenversicherung, weil diese aus eigener Kraft die Kosten nicht mehr decken könnte.

Erstaunlich ist, dass wir angesichts dieser Aussichten, die den Fachleuten schon länger bekannt sind, vor wenigen Monaten noch schnell die Möglichkeit einer Rente mit 63 eingeführt haben. Natürlich wählen wir am liebsten Parteien und Politiker, die uns höhere Löhne, weniger Arbeit, niedrigere Steuern, mehr Freizeit und ein schöneres Leben versprechen. Das funktioniert aber leider nicht…

Am Ende ist die Lösung ganz einfach. Es wäre in der Vergangenheit nicht möglich gewesen, eine Rücklage in der Höhe anzusparen, die nötig wäre, um das Loch zukünftig über Jahrzehnte zu stopfen. Und außerdem ist das Schnee von gestern. Es würde auch jetzt nicht mehr funktionieren. Und die – in solchen Situationen – gerne ins Spiel gebrachte Variante, den vermeintlich Reichen etwas wegzunehmen, die funktioniert auch nur einmal und nicht dauerhaft. Und so viele Milliarden, wie zukünftig gebraucht werden, sind auch dort nicht zu holen.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass es unsinnig ist, sich und den (zukünftigen) Rentnern in die Tasche zu lügen. Immerhin müssen unsere Kinder und Enkel unsere Rente bezahlen und nicht wir selbst. Es gibt nur zwei Lösungen: Entweder wir sind mit deutlich weniger zufrieden oder wir arbeiten länger oder länger nebenbei. Schließlich leben wir auch länger und sind fitter als unsere Eltern oder Großeltern es mit 65 waren. Oder wir müssen eine ganze Menge anderer Annehmlichkeiten weglassen…

Wenn niemand noch eine neue Wahrheit entdeckt, dürfte das die einzige bleiben…

Ihr

Rainer Sander

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