Kolumne
DIE KOLUMNE: Strom aus Kohle - Kohle aus Strom Drucken E-Mail
Dienstag, den 07. Oktober 2014 um 06:48 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Der SuedLink kommt! Süddeutschland zahlt mehr für Strom als Norddeutschland, wenn die Stromautobahn nicht kommt. So ist die neueste Schreckensvision! Der Strom muss von Nord nach Süd, das ist klar! Klar? Im Auftrag der Bundesregierung erheben „neutrale“ Firmen wie Tennet TSO GmbH, 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH und TransnetBW GmbH den Bedarf an Leitungen und diese „Erkenntnisse“ werden regelmäßig in sogenannten Szenariorahmen und Netzentwicklungsplänen niedergeschrieben und anschließend im Bundesbedarfsplangesetz zu geltendem Recht. Und das Schöne daran? Darunter sind die Firmen, die für 10 Milliarden jetzt auch die Leitungen bauen dürfen. Bis 2034 kommen noch ein paar Tausend Kilometer neue Netze dazu, hochgerechnet vielleicht noch einmal 90 Milliarden.

Na, das ist doch mal ein neutrales Gutachten! Und nur mal so zum Verständnis: 100 Milliarden Euro sind mehr als ein Drittel des Bundeshaushaltes 2014 und etwa 13 Mal so viel wie der Etat des zuständigen Fachministeriums für Wirtschaft und Energie. Das ist etwa so, als würde man die Kammolche und Frösche fragen, wieviel Sümpfe wir brauchen. Es gäbe fortan nur noch Sümpfe statt Fernstraßen. Und angesichts zunehmend dezentraler Energiegewinnung, sprechen bereits Fachleute davon, dass auch viel Kohlestrom durch die Trassen fließen wird…

Aber wer finanziert solch ein Projekt? Der Bund hat kein Geld, darf auch keine Schulden mehr machen und die Netzbetreiber können es auch nicht mehr stemmen? Da gibt es ja noch die großen Versicherungen und Investmentfonds, deren Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren nichts mehr bringen und für die die Finanzmärkte seit der letzten Krise sehr unsicher geworden sind. Sie haben genug „Kohle“. Sie werden dafür eine garantierte Rendite bekommen, von 6 bis 8 Prozent ist schon die Rede? Dafür gab es auch vor der Finanzkrise bloß Lehmann- und Kaupthing-Bank-Wertpapiere.

Also: wer eine Lebensversicherung hat und um seine Zinsen fürchtet, sollte massiv für den SuedLink eintreten. Weil aber die Stromkunden gemeinsam die Kreditraten refinanzieren müssen, fließt das Geld in Form höherer Strompreise allerdings vor Auszahlung der Police schon mal in die Kassen der Versicherungen. Damit werden die Versicherten ihre Rendite tatsächlich selbst erwirtschaften? So etwas nennt man doch mal einen progressiven Finanzkreislauf! Wer das Geld irgendwann wiederhaben möchte, ist also gut beraten, jetzt Lebensversicherungen abzuschließen? Also auf, statt niedriger Riester- und Rürup-Rente lieber die Suedlink-Rente?

Ihr

Rainer Sander

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