Kolumne
DIE KOLUMNE: Gleichheit, Brüderlichkeit… Drucken E-Mail
Freitag, den 29. Januar 2016 um 06:13 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Wer aufmerksam Sprüche und Argumente derjenigen studiert, die im Internet, bei Demonstrationen und in Leserbriefen aktuell das Abendland vor fremdartigen Einflüssen retten wollen, findet erstaunliche Prallelen. Zurzeit kursiert bei Facebook ein Video, das ein Straf- oder Racheritual für muslimische - und nur muslimische Vergewaltiger in Deutschland darstellt: „Schwanz ab!“ In der Tat, so ähnlich würde die Scharia das auch handhaben. Übrigens nur die Scharia. Es gibt kein anderes Gesetzbuch, in dem Körperteile abgehackt werden…

Dass der Islam eine für unser Wertesystem gefährliche Weltanschauung ist, können wir in zahlreichen Botschaften lesen und vor allem auf Demonstrationen in Dresden, Leipzig und anderswo mit eindrucksvollen Worten hören. Es gipfelte jüngst in der Feststellung, dass die Konzentrationslager bedauerlicherweise geschlossen sind. Also ins Jenseits - oder einsperren - mit denen, die unseren Glauben nicht teilen? Ja, genau so machen es schließlich auch die Hassprediger der Salafisten.

Viele Menschen, die sich wortgewaltig auf christliche Werte des Abendlandes berufen, könnten nicht einen einzigen Satz aus der Bibel zitieren, außer vielleicht, „Du sollst nicht töten!“ Sie glauben an sich selbst, aber nicht an irgendeinen Gott und schon gar nicht befolgen sie dessen Worte. Genauso ist das bei den meisten Islamisten auch, die Mehrheit der Anhänger Allahs versteht unter ihrer Religion tatsächlich etwas völlig anderes, als die kleine Gruppe radikaler Islamisten.

Wo immer Kommentare gegen Ausländer im Internet auftauchen, werden andere Kulturen als zurückgeblieben und geringwertig bezeichnet. Klar, das hatten wir vor „1000 Jahren“ schon einmal, aber aktuell hören wir vor allem von den Islamisten: Andere Religionen gibt es nicht, ihre Anhänger sind Ungläubige, überkommen und minderwertig.

Jetzt sorgen die ersten Bürgerwehren für Ordnung. Gratulation! Die erinnern ein wenig an die Anfänge der SA. Aber so ist es, wer „seine“ Kultur mit Mistgabeln oder Galgen verteidigt, verteidigt die Kultur der Schweinehirten und Henker  – sonst nichts!

Je mehr ich mich damit beschäftige, desto weniger Unterschiede kann ich zwischen den selbst erklärten Rettern des Abendlandes und ihren mutmaßlichen Feinden erkennen. Sie wählen gerne die gleichen Worte. Ich dürfte vermutlich diese Zeilen nicht mehr schreiben, ganz gleich, wer die Macht übernehmen würde - Pegida oder Islamisten – denn beide können mit Kritik ganz schlecht umgehen und kennen allein die Wahrheit. Insofern könnte es uns völlig wurscht sein, welche Verrückten die Macht übernehmen. Ein wenig ist es wie in der Physik: Gegensätze ziehen sich an, gleiche Pole stoßen sich ab. Die Welt ist gar nicht so schwer zu verstehen…

Ihr

Rainer Sander

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