Kolumne
DIE KOLUMNE: Zwischen Geiz und Schlemmen? Drucken E-Mail
Mittwoch, den 22. Juni 2016 um 07:05 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Bei durchschnittlich 4.576 Euro liegt das Durchschnittseinkommen eines bundesdeutschen Haushaltes mit einem Kind. 412 Euro davon gibt ein solcher Drei-Personen-Haushalt für Lebensmittel, Getränke (alkoholfrei und alkoholisch) sowie für Rauchen zusammen aus (300 Euro sind es bei einem Durchschnittshaushalt mit etwas mehr als 2 Personen).

Zieht man 15 Prozent für Tabakwaren und Alkohol ab, verbleiben 350 Euro Für Lebensmittel und Getränke. Das sind also gerade mal 7,7 Prozent der Einnahmen. Mehr sind uns Lebensmittel also gar nicht wert? Von wegen Bio, gesund, vollwertig, artgerechte Tierhaltung und kostendeckende Preise für die heimische Landwirtschaft. Das klappt kaum, in einer Gesellschaft, die mehrheitlich auf Ramschpreise aus ist.

Wie bei jede Statistik, liegt die Wahrheit im Detail. Anders sieht der Plan bei einem Hartz IV-Haushalt aus. Der darf – nach Regelsatz – 35,5 Prozent für Lebensmittel und Getränke ausgeben. Interessanter Weise ist im Hartz IV-Satz für eine dreiköpfige Familie (Kind zwischen 6 und 13 Jahren) ein Entgelt für Lebensmittel und Getränke von etwa 395 Euro enthalten. Tatsächlich 45 Euro mehr, als die Deutschen im Schnitt aufwenden?

Wow! Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass es ALG II-Bezieher so richtig krachen lassen dürfen. Schön wär’s. Die Statistik gerät bereits ins Wanken, wenn man die Ausgaben für Kinder betrachtet. Die liegen im Schnitt aller deutschen Haushalte zurzeit bei 584 Euro je Kind. Bei Hartz IV gibt es für ein Kind bis 14 Jahre 270 Euro plus Mietanteil. Es ist nicht leicht für ein Kind, in einer ALG II-Familie zu leben…

Ihr

Rainer Sander

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