Kolumne
DIE KOLUMNE: Lieber Frank Martin, Drucken E-Mail
Mittwoch, den 03. Dezember 2014 um 06:20 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Wo soll ich Dir schreiben, wenn nicht hier? Wir hatten es nicht immer leicht miteinander :-) aber am Ende haben wir immer gewusst, für was wir stehen und was wir uns wert sind – zumindest kann ich das für mich sagen, wenn ich an die vielfältigen Begegnungen mit Dir denke. Die wenigen Momente, in denen es anders war, können wir getrost unbeachtet lassen! Aber es ist gut, dass Menschen miteinander um beste Lösungen ringen.

Das war im Verhältnis „Sozialer Dienstleister“ und „Sozialpolitiker“ so und im Verhältnis „Journalistischer Berichterstatter“ und „Berufspolitiker“ oder „Touristiker“ und „Landrat“ nicht anders. Du hast jetzt wohl gerade einen Ringkampf verloren - zumindest nach irdischem Ermessen. Aber irgendwo wird Deine Seele ja jetzt sein. Und von irgendwoher blickt sie vielleicht in diesem Moment auf diese Welt nach Frank-Martin Neupärtl. Und vielleicht liest sie sogar nh24?

Ich weiß nicht, ob es zum Leben eines Menschen gehören muss, Kliniken und Energieversorger zu verkaufen, ich weiß auch nicht, ob man sie irgendwann zurückkaufen muss, weil die Welt sich einfach wieder einmal über Nacht verändert hat. Eines ist gewiss: Diese Welt wird sich immer verändern und es wird immer überraschend sein – zumindest von hier „unten“ aus betrachtet. Das ist gut so, denn sonst wäre es weder nötig Entscheidungen zu treffen noch Kreativität zu entwickeln. Wir bräuchten weder Politiker, die entscheiden, noch Journalisten, die Entscheidungen berichten und kommentieren.

Du warst immer jemand, der Entscheidungen nicht gescheut hat. Auch dann nicht, wenn sie nicht alle auf Anhieb verstanden haben. Du warst jemand, der Ideen und Kreativität genug hatte, um viele Menschen mitzunehmen, die sich überzeugen ließen, aber – wenn es sein musste – auch jemand mit dem als erfolgreicher Landrat unverzichtbaren Machtinstinkt, um sich dort durchzusetzen, wo Überzeugungen anders lagen. Wie sonst hätte der Weg funktionieren sollen? Ok, Du konntest schon ein „Sturkopf“ sein, aber wo gibt es diese Politiker noch, die an eine Entscheidung glauben, sie vertreten und nicht bei der ersten Meinungsumfrage die eigene Position relativieren, nur um beliebt zu bleiben. Das schöne ist, Du warst bei allen schweren und unpopulären Entscheidungen niemals unbeliebt. Auch wenn es die Opposition auch schwer zugeben kann: selbst bei denen nicht!

Vielleicht waren es aber diese vielen Gedanken, die Dir keine Ruhe gegeben haben und die Deinen frühen Abschied herbeigeführt haben? Wenn wir uns das nächste Mal sehen, da ganz oben oder ganz unten – wer weiß, wo wir beide hingehören – oder beim jüngsten Gericht, musst Du mir das unbedingt erzählen. Dann möchte ich ein Exklusiv-Interview! Versprochen?

Ich schätze, Du versuchst gerade Petrus zu erklären, dass die AWO mindestens genauso gut ist, wie Diakonie und Caritas? Vielleicht kriegst Du ihn ja rum. Und wenn Du mit August Franke über den Schwalm-Eder-Kreis sprichst, lass Dir bloß nicht sagen, dass früher alles besser war. Und schimpf nicht auf Asklepios oder E.ON! Die einen haben die regenerative Energie, die im übrigen Himmel und Hölle gleichermaßen erwärmt (oder?) jetzt endlich entdeckt, die anderen müssen am Ende auch immer bloß das medizinisch Richtige tun.

So, mehr Platz habe ich hier nicht. Wir waren keine engen Freunde, aber aus meiner Sicht gute Freunde und dabei wird es jetzt ganz sicher bleiben! Mach’s gut, Frank Martin Neupärtl!

Dein

Rainer Sander

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