Kolumne
DIE KOLUMNE: Olympia Drucken E-Mail
Donnerstag, den 28. Juli 2016 um 07:19 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Zwei Jahre nach der Fußball WM schaut die Sportwelt erneut nach Brasilien. Es ist Olympia! Aber selten waren die Spiele so umstritten wie diese. In Brasilien sowieso, wenn es um die gerechte Verteilung von Ressourcen geht. Der Zika-Virus hält zudem die Sportwelt in Atem.

Die Bauten sind nicht alle fertig – wie bei allen olympischen Spielen kurz vor der Eröffnung - und die ständigen Anschläge und Amokläufe beherrschen weltweit die Themen des Tages, noch nicht Olympia. Vor allem aber macht es die aktuelle Doping-Diskussion nicht gerade leicht, sich auf faire und chancengleiche Wettkämpfe zu freuen.

Es ist ein bisschen wie in der Formel 1. Rosberg und Hamilton hätten in einem Ferrari zurzeit genauso wenige Chancen auf den Sieg, wie Vettel und Räikkönen. Es liegt zuerst am Auto und dann an den Fahrern. Aber in dieser „Disziplin“ ist es offensichtlich, dass Motor sowie Aerodynamik über Sieg und Platz entscheiden und nicht unbedingt das Können der Fahrer. Das ist nur noch teamintern wichtig spannend. In der Leichtathletik, im Schwimmen oder beim Radfahren wollen wir aber nicht wissen, welches Dopingmittel zuerst die Topathleten formt und eint, um dann „Teamintern“ für Spannung zu sorgen.

Es macht jedenfalls keinen Spaß lange wach zu bleiben und Sportübertragungen anzuschauen, wenn man ahnt, dass nicht die Athleten über Sieg und Niederlage entscheiden, sondern ihre Pharmaprodukte und der Mannschaftsarzt. Nicht die Qual beim Training ist es, sondern das beste Präparat zur Leistungssteigerung, der größte Mut Schwindel zu riskieren und die Waghalsigkeit, das Ganze möglichst nah am Wettkampftag zu tun und folglich mit der Gefahr zu leben, entdeckt zu werden.

Selbst die Tatsache, dass Dopingproben aufbewahrt und in ein paar Jahren untersucht werden können, wenn die Labore noch mehr verbotene Substanzen nachweisen können, schreckt ganz offensichtlich nicht ab. Wer erwischt wird hat sich entweder dumm angestellt oder ist verpfiffen worden?

Mit der Entscheidung Russland starten zu lassen, hat sich entweder die weltweite Diplomatie durchgesetzt oder der Pragmatismus, weil‘s eben doch alle machen und auch nicht ausgeschlossen werden wollen? In einer Welt, in der Schüler und Studenten sich schon aufputschen und viele Arbeitnehmer ihr Gehirn dopen, um Höchstleitungen bringen oder Beruf und Freizeit vereinbaren zu können, ist es eigentlich egal, wer wie viele Mittel einpfeift. Aber man muss genau das nicht auch noch im Fernsehen bestaunen. Dann ist es schöner, in der Freizeit sinnvolles zu tun. Dann gibt es auch keine olympischen Ringe unter den Augen…

Ihr

Rainer Sander

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