DIE (Weihnachtsmarkt-) KOLUMNE: Ab in die Mitte… Drucken E-Mail
Samstag, den 25. November 2017 um 10:59 Uhr

Rainer SanderZIEGENHAIN. Schwalmstadt ist ein Mittelzentrum. DAS Mittelzentrum, genau in der Mitte zwischen dem Großraum Kassel und Marburg. Das, mit den höchsten Einzelhandelsumsätzen und der höchsten Zentralität (Kaufkraftbindung). Ab in die Mitte also! Ab in die Mitte heißt auch ein Wettbewerb des Landes Hessen, um der Verödung von Innenstädten entgegenwirken. 2015 war Schwalmstadt sogar Preisträger. Die Stadt, die chronisch klamm ist, obwohl es ihr gut geht und die zu erklären versteht, wie schlecht trotzdem alles ist. Die Baustellen sind schlecht, die Politiker, die Einzelhändler und der Bürgermeister auch…

Medial hat jetzt endlich der Weihnachtbaum alle Themen abgelöst. Jedes Jahr wieder stellt sich nämlich die alles entscheidende und lebenswichtige Frage, ob dieser „in die Mitte“ oder an die Seite gehört. Auf dem runden Paradeplatz nämlich.

26 Weihnachtsmärkte gibt es im Schwalm-Eder-Kreis, gleichzeitig mit Ziegenhain auch in Borken, Fritzlar (Advent in den Höfen), Guxhagen, Melsungen und Felsberg-Lohre, außerdem noch im benachbarten Alsfeld und natürlich in Kassel und Bad Hersfeld. Wer bei dieser wachsenden Vielfalt den schönsten Weihnachtsmarkt der Region erhalten und verhindern möchte, dass bei sinkenden Besucherzahlen - mangels Umsatz - selbst die Stände und Buden gemeinnütziger Organisationen wegbleiben, sollte interessant bleiben. Nur Glühwein, Kerzenlicht und jedes Jahr die gleichen Märchenfiguren rund um den Weihnachtsbaum – natürlich in der Mitte, reichen nicht und sorgen also auch nicht für Verbundenheit.

Man kann darüber jedes Jahr wieder öffentlich heulen, aber wir alle miteinander finden es totlangweilig, wenn nichts los ist und suchen nach Gründen, um uns zu bewegen - sogar an Weihnachten. Wenn wir die Cola-Trucks toll finden, weil wir sowieso ganzjährig mehr von der braunen Brühe trinken, als heimisches Bier und Quellwasser, dann ist das halt so. Wenn ein paar Hundert Menschen lieber mit bekannten Radiomoderatoren O Tannenbaum und Stille Nacht singen wollen, als mit einem Chor aus der heimischen Dorfkirche, dann tun sie das nicht, wenn ein Weihnachtsbaum mitten vor der Bühne Nähe und Verbundenheit stört, die in solchen Momenten aber tatsächlich spürbar ist!

Aber in diesem Jahr steht der Baum mal wieder in der Mitte, weil das Programm wieder neu und etwas anders ist. Wenn 150 Musiker mit Fackeln um den Baum marschieren oder Paddy Schmidt singt, dann sind das feierliche Momente, in einer Zeit, die wenig feierlich zu sein scheint. Aber Abwechslung tut gut! Und wenn der Baum nächstes Jahr wieder an einer anderen Stelle den Platz schmückt, weil sich in der Mitte Menschen begegnen, die Nähe und Verbundenheit in der Adventszeit suchen, wird es trotzdem ein schönes Fest, weil das gar nicht allein von einem Baum abhängt. Auch nicht vom Christbaum, der Jesus Christus, wegen dem wir alle uns in diesen Tagen treffen (oder?), wohl ziemlich egal gewesen wäre…

Ihr

Rainer Sander

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