DIE KOLUMNE: Klimakatastrophe oder Eiszeit? Drucken E-Mail
Mittwoch, den 03. August 2016 um 08:47 Uhr

Rainer SanderSCHWALMSTADT. Die Araber kommen! Aus Syrien, Libyen, Ägypten und sie glauben alle etwas anderes als wir, verstehen unser Demokratieverständnis nicht, kennen weder Feminismus noch haben sie für unsere Toleranz Verständnis. „Du kommst hier nicht rein!“ Das sagen die EU-Türsteher in Griechenland, Spanien oder Italien. Die Balkan-Route ist zu, wir halten uns das Fremde und das Ungebildete vom Hals…!

Wir verteidigen unsere abendländische Kultur, was immer wir auch unterschiedliches darunter verstehen. Unsere Gesetze, Verordnungen, Analysen, Kommentare, die Literatur und auch die regelmäßigen Wutausbrüche schreiben wir mit lateinischen Buchstaben und arabischen Zahlen.

Lateinische Schriftzeichen aus einer beispiellosen und (tatsächlich) 1000 Jahre währenden Multi-Kulti-Gesellschaft des römischen Reiches, das Kulturen von Syrien bis ins linksrheinische Germanien integriert hat, ohne deren Götter, Eigenarten und kulturelle Besonderheiten anzutasten. Odin und Jesus lebten neben Jupiter und Mars. Arabische Zahlen stammen aus einer Zeit, als die Menschen in Nordafrika und Arabien einfach das überlegene System im Vergleich zu den zehn Fingern unserer Vorfahren hatten. Die Wurzeln unserer abendländischen Religion haben wir aus dem fernen Palästina übernommen. Bis Abraham – für die bildungsresistenten, selbsternannten „Kulturschützer“ sei erklärt: nicht der Vadder, nein, der aus der Bibel ist gemeint - waren die handelnden Akteure bei den Anhängern Allahs, des christlichen oder des jüdischen Gottes noch gleich.

Aber sie alle kommen aus den Tiefen der arabischen Gedankenwelt und Kultur. Echte Demokratie kennen wir seit 1949 und noch etwa zehn Jahre später durfte der Mann als Familienoberhaupt sogar die Arbeitsverträge seiner Frau kündigen, wenn Ihm danach der Sinn stand. Erst 1971 führte die Schweiz als letzte abendländische Kultur das Frauenwahlrecht ein. Wir verteidigen rund 100 Jahre Vorsprung so, als ginge es um den Untergang der Welt.

Wir haben viel gelernt in den letzten Jahrhunderten und vielleicht haben wir deshalb gerade die Nase vorn. Aber das war einmal anders und das kann auch wieder anders werden. Die Flüchtlingsströme werden mehr werden, aber in welche Richtung sie wandern, wird auch davon abhängen, welchen Weg unsere Erde einschlägt, die sich dabei nicht reinreden lässt. Nicht von einer Religion, nicht von einer Ideologie und weder von Intellektuellen noch von Demonstranten. Bleibt es beim Klimawandel, dann wird es mehr Dürreperioden und Hungersnöte geben, die die Menschen in Bewegung setzen. Kommt es zur nächsten Eiszeit, die Experten für längst überfällig halten, dann werden wir uns selbst in Bewegung Richtung Süden setzen, weil hier alle Böden gefroren sein werden.

Wir dürfen also hoffen, dass wir, unsere Kinder oder unsere Enkel, in Syrien oder Ägypten freundlich aufgenommen werden, sollten wir oder sie eines Tages dorthin fliehen, weil unsere Heimat von meterdickem Eis bedeckt wird. Oder wir scheitern an Grenzzäunen derer, die dann ihre morgenländische Kultur verteidigen.

Ihr

Rainer Sander

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