DIE KOLUMNE: Süßes Leben Drucken E-Mail
Mittwoch, den 25. Mai 2016 um 17:07 Uhr

Rainer SanderSchwalmstadt. Für irgendetwas muss der Sozialismus doch gut sein. Jetzt wissen wir es – was für eine Nachricht: in Venezuela gibt es keine Cola mehr. Aber nicht, weil der sozialistische Präsident die braune Brause, deren genauen Inhalt niemand so richtig kennt, als kapitalistisches oder imperialistisches Instrument indiziert hat. Dem Land ist schlicht der Zucker ausgegangen und nur von Cola-light will man auch in Südamerika nicht leben. Das Land leidet derzeit unter dem niedrigen Ölpreis und gleichzeitig der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren. Auch Lebensmittelriese Kraft Heinz musste seine Ketchup-Produktion bereits drosseln.

Wenn es nicht so schlimm wäre, dass ein eigentlich reiches Land – immerhin hat es die größten Erdölvorkommen der Welt – doch so arm ist, dann könnte man tatsächlich applaudieren. Mal zur Erinnerung: In einer Liter-Flasche Cola stecken laut „SOTT.net“ 40 Stück Würfelzucker. Alle Achtung. So eine Cola-Flasche hat man im Sommer innerhalb weniger Stunden geleert. Lutschen Sie mal 40 Stückchen Zucker in zwei Stunden... Guten Appetit!

Oder essen Sie Ihre geliebte Currywurst doch statt Ketchup und Curry mal mit 5 Löffeln Zucker und ein bisschen Tomatenmark. 61 Stückchen finden sich in einem dreiviertel Liter Ketchup. Krass oder? Die „gesunde“ Nuss-Nougat Creme, die angeblich auch Spitzenfußballer nahezu ausschließlich zum Frühstück genießen, enthält sogar 78 Stück Zucker – mehr als die Hälfte seines Inhaltes. Selbst Bio-Pizza könnte man mit sechs Stück Zucker neben Salami, Tomaten und Käse belegen und die geliebten Fruchtzwerge haben immer – so klein sie tatsächlich sind – zwei Stück Zucker dabei. Und Hand aufs Herz, wer versucht nicht seinen Kaffee oder Tee mit höchstens einem oder zwei Stück Zucker zu trinken und würde sich nicht schütteln, wenn ihm bewusst wäre, dass in dem kleinen Schluck Joghurt-Drink, der für die Verdauung so gut sein soll, dreieinhalb Stück Zucker verborgen sind.

Wer aufmerksam liest, findet in den Beschreibungen nicht unbedingt den Zucker an erster Stelle. Gerne wird aufgespalten in Zucker, Saccharose (Rohrzucker), Dextrose, Fructose, Glukose oder Laktose. Die nehmen sich nicht viel und haben eins gemeinsam: Sie schwächen das Immunsystem, machen dick, rauben dem Körper die wenigen Vitamine, die wir noch zu uns nehmen und am Ende wundern wir uns, dass wir so hohe Gesundheitskosten haben und so hohe Krankenkassenbeiträge bezahlen. Auch ohne Zuckerknappheit täte es uns gut, nicht nur auf Glyphosat und Gentechnik zu achten, sondern den alltäglichen süßen Wahnsinn im Auge zu behalten.

Ihr

Rainer Sander

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