DIE KOLUMNE: Schwalmstadt Drucken E-Mail
Mittwoch, den 11. April 2012 um 05:12 Uhr

Rainer Sander Schwalmstadt. Schwalmstadt liegt in der Mitte des Nichts – wie die Angelsachsen sagen würden – im Dreieck zwischen Kassel, Fulda und Marburg. Aufgrund der Entfernung zu den nächsten Oberzentren, ein idealer Ort für ein florierendes Mittelzentrum mit Oberzentrums-Funktion. Eine einmalige Lage – wäre es nicht Schwalmstadt…

Die Stadt ist zudem vom Glück verwöhnt. Zusätzlich zur begnadeten Lage fielen der Stadt unerwartet - mitten im Zentrum - (von Treysa) ganz plötzlich auch noch mehrere baureife Grundstücke in den Schoß, die es ermöglichen den Stadtkern als Stadtmitte attraktiv zu erweitern und einen gewerblichen Anziehungspunkt mit großer Ausstrahlung auf mindestens 30 Kilometer Umland zu entwickeln. Das würde überall funktionieren, nur nicht in Schwalmstadt. Neid, Missgunst und Kleinkrämerei ziehen sich quer durch Parteien, Initiativen und Gewerbevereine. Die Bevölkerung würde sich ein größeres und kostengünstigeres Warenangebot wünschen, aber irgendetwas spricht in Schwalmstadt immer dagegen. Mit Streit, Grundstücksstreit, Lärmschutzstreit und anderen Streitgründen wird intensiv am Scheitern gearbeitet.

Ein Problem der Schwalm-Metropole ist die nie überwundene Schmach der Gebietsreform. Anstatt den unfreiwilligen Zusammenschluss der historischen Städte Ziegenhain und Treysa irgendwann zu akzeptieren und gemeinsam Chancen für eine Entwicklung zu nutzen, lähmt der falsch verstandene Lokalpatriotismus noch immer viele Entscheidungsträger und damit gleich die ganze Stadt.

Aber in Schwalmstadt ist auch Bürgermeisterwahl und in einer solchen Phase wollen sich die vier Kandidaten aus CDU, SPD, Grünen und ein Parteiloser gerne bekannt machen. Jeder von ihnen hat zum Einkaufszentrum im Wieragrund folgerichtig eine „eigene“ Meinung. Aber auch Themen, wie die Sicherungsverwahrung sind allzeit präsent. Inzwischen haben alle Kandidaten einen Brief mit ihrer Lösungsvariante an das zuständige Ministerium geschrieben. Dort wird man einerseits über die wahlkampfbedingte Profilsucht schmunzeln, sich andererseits aber auch fragen, ob eine Stadt ohne wirkliches Profil, tatsächlich der richtige Standort ist. Auch die Frage „A 49 Ja oder Nein“ erschwert jegliche politische Allianz.

Zunächst aber haben die Schwalmstädter ihre Wahl. Und dabei wird die gesamte lokalpatriotische Grundstimmung mitentscheiden. Die SPD war so schlau, einen Kandidaten von außerhalb zu nominieren, um einem Streit zwischen SPD Treysa und SPD Ziegenhain aus dem Weg zu gehen. Bei der CDU funktioniert genau dieser Streit mit einem Kandidaten aus Treysa vortrefflich. Die Bürger haben die Wahl. Die grüne Kandidatin und der Parteilose sind die Garantie dafür, dass sich die Stadt wohl 14 Tage länger – durch eine Stichwahl – mit ihren Problemen in der Region profilieren kann…

Ihr

Rainer Sander

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